China auf dem Weg der Zurückeroberung

Von Dr. Oliver Everling | 19.Januar 2023

China scheint deutlich das Interesse von Analysten zu wecken, die zunehmend mehr Chancen für Investitionen in China sehen. So sind nun auch von China-Kenner Stephen Li Jen, CEO von Eurizon SLJ Capital Ltd deutlich positivere Aussagen zu lesen: „Die große Wiedereröffnung in China ist in vollem Gange. Fast unmittelbar nach dem 20. Parteitag wurden die Weichen für eine drastische Abkehr von der dynamischen Null-Covid-Politik und eine Verschärfung der Regulierung des Immobiliensektors neben anderen politischen Veränderungen gestellt. Der wichtigste Auslöser für einen solchen Politikwechsel war die stark nachlassende Auslandsnachfrage: Als sich die Nachfrage aus den USA und Europa abzuschwächen begann, hatte China keine andere Wahl, als die Binnennachfrage dringend zu beleben.“

Im Hinblick auf Chinas „dualen Kreislauf“ konnte Peking nicht das Risiko eingehen, dass weder der „externe“ noch der „interne Kreislauf“ funktionierte. Ein eher struktureller Faktor, der Pekings Meinung änderte, war die Tatsache, dass die Null-Covid-Politik Chinas Rolle in der globalen Versorgungskette ernsthaft verschlechterte.

„Die Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft ist sowohl für die entwickelten als auch für die aufstrebenden Volkswirtschaften eine willkommene Entwicklung“, sagt Stephen Li Jen und fügt hinzu: „Unserer Ansicht nach befindet sich China ebenso wie die USA in einer recht guten wirtschaftlichen Verfassung: Die USA sind wahrscheinlich auf dem Weg zu einer sanften und kurzen Landung, da sich der Arbeitsmarkt stabilisiert, während China nach den jüngsten politischen Veränderungen in Peking in diesem Jahr voraussichtlich wieder deutlich an Fahrt gewinnen wird. Insgesamt erwarten wir nach wie vor eine mehrjährige technologie- und wettbewerbsgetriebene Wirtschaftsexpansion, die von den USA und China angeführt wird; die Pandemie wird wahrscheinlich nicht zu einer signifikanten Neuordnung der Führungspositionen dieser beiden Volkswirtschaften führen, auch wenn sie die Interaktionen und Allianzen zwischen den Ländern verändern könnte.“

Was Europa und China betrifft, so ist eines der wichtigsten gemeinsamen Ziele die grüne Transformation. Europa ist in seinen Bemühungen um den Umweltschutz im Allgemeinen weiter fortgeschritten, aber China ist heute der weltweit größte Hersteller von Ausrüstungen und Maschinen – Sonnenkollektoren, Windturbinen, Batterien, Wechselrichtern usw. –, die diese Umstellung erleichtern. China hat also allen Grund, mit Europa im Bereich des Umweltschutzes zusammenzuarbeiten.

„Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, muss Peking außerdem das Vertrauen der Verbraucher wiederherstellen. Steuerliche und monetäre Anreize allein werden nicht ausreichen“, meint Stephen Li Jen: „Multiplikatoren sind entscheidend, und sie werden durch das allgemeine Vertrauen bestimmt. Das Gleiche gilt für den Immobilienmarkt. Die Politik der letzten anderthalb Jahre hat viel Vertrauen bei den Bürgern zerstört, so dass umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich sind.“

Bei Eurizon glauben die Analysten, dass China die am einfachsten zu prognostizierende Volkswirtschaft ist, da Pekings explizite Erklärung seines politischen Ziels nicht angezweifelt werden sollte. 4,5 % bis 5,5 % reales Wachstum sollten für 2023 sehr gut erreichbar sein: „Im Vergleich zum Rest der Welt glauben wir, dass China seine Wachstumsführerschaft zurückerobern wird.“

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Comgest sieht China vor dem Wiederaufschwung

Von Dr. Oliver Everling | 18.Januar 2023

Nach chinesischem Kalender beginnt am 22. Januar 2023 das Jahr des Hasen. Während sich das Land auf den Jahreswechsel vorbereitet, glaubt Jimmy Chen, Portfoliomanager des Comgest Growth China Fund, dass China nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr und schlechter Stimmung an den Börsen vor einer Erholung und dem Wiederaufschwung steht: „Für die chinesischen Aktienmärkte war 2022 das zweite schwierige Jahr in Folge, bedingt durch Chinas strikte Null-Covid-Strategie, das harte Durchgreifen der Regulierungsbehörden gegen Unternehmen sowie die eskalierenden geopolitischen Spannungen. Gegen Ende des Jahres zeichnete sich allerdings ein grundlegender Wandel ab: Die chinesische Regierung hob die meisten ihrer Covid-Beschränkungen auf, die Industriepolitik wurde wieder unternehmensfreundlicher und es wurden einige Fortschritte bei der Eindämmung geopolitischer Spannungen erzielt. Zudem wird erwartet, dass die Inflationsrate in China moderat bleibt, so dass die makroökonomische Politik weiterhin locker bleiben kann.“

Seiner Ansicht nach dürfte das Jahr 2023 von einer Wachstumsbeschleunigung und einer Erholung der Anlegerstimmung geprägt sein. Die KGV-Bewertung chinesischer Aktien ist im historischen Vergleich nach wie vor günstig. Daher sind die Fondsmanager von Comgest der Meinung, dass chinesische Aktien im Jahr des Hasen die Voraussetzungen für eine starke Performance haben.

Im Jahr 2022 waren die Null-Covid-Maßnahmen der chinesischen Regierung die größte Belastung für das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen. Ab dem 8. Januar 2023 wurden jedoch alle verbleibenden Covid-Beschränkungen aufgehoben. Die schlechte Nachricht ist, dass dadurch das Tempo der Covid-Infektionen rasant ansteigt und das Gesundheitssystem überlastet wird. Dafür wird China den Höhepunkt der Infektionen voraussichtlich früher erreichen und die Wirtschaftstätigkeit sich schneller als erwartet erholen.

Darüber hinaus sieht Jimmy Chen die Industriepolitik unternehmensfreundlicher: „Dies zeigt sich etwa daran, dass das fast zweijährige harte Vorgehen gegen Tech-Plattformen anscheinend gelockert wird, wie der jüngste Abschluss der Kapitalerhöhung von Ant Financial zeigt. Auch die Vergabe von Glücksspiellizenzen wurde im April nach einem achtmonatigen Stillstand wieder aufgenommen, und die Unternehmen Tencent und Netease erhielten ab September ihre Genehmigungen. Die Regierung lockert auch die Vorschriften für Bauträger, nachdem die Bemühungen um einen Schuldenabbau zu einer Liquiditätskrise in der Branche geführt hatten.“ Auf makroökonomischer Ebene profitiert die Volkswirtschaft davon, dass die inländischen Lieferketten stabil geblieben sind und es zudem kein „Helikoptergeld“ gab, so dass die Inflation moderat ist und die Finanz- und Geldpolitik damit weiterhin locker bleiben kann.

Die Beziehungen zwischen China und den USA haben sich zuletzt stabilisiert. Im November trafen sich der chinesische Präsident Xi Jinping und der US-Präsident Joe Biden zum ersten Mal als Staatsoberhäupter persönlich, um die Arbeitsbeziehungen wiederherzustellen. Ebenso wurde den Wirtschaftsprüfern des U.S. Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) von der chinesischen Aufsichtsbehörde im September in Hongkong endlich gestattet, Unterlagen zu US-amerikanischen Aktien-Hinterlegungsprogrammen (ADR) zu prüfen. Das PCAOB äußerte sich zufrieden zu den ersten Überprüfungen. Damit sank das Risiko erheblich, dass chinesische Unternehmen gezwungen sein könnten, ihre Börsennotierung in den USA aufzugeben.

„All diese Entwicklungen deuten darauf hin,“ so Jimmy Chen, „dass Präsident Xi Jinping, wie andere chinesische Führer seit Deng, einen pragmatischen Ansatz verfolgt, um ein Gleichgewicht zwischen sozialer Stabilität und Wirtschaftswachstum herzustellen. Während es im Oktober zu einer schweren Marktpanik kam, nachdem Xi auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei als bislang erster Präsident für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden war, scheint diese Angst bisher unbegründet zu sein.“

Sein Analyse legt nahe, dass die chinesischen Unternehmen, die von der Wiedereröffnung Chinas und von langfristigen Qualitätswachstumsfaktoren profitieren, für Aktienanleger im Jahr 2023 eine gewinnbringende Kombination darstellen könnten: „Anta Sports, Suofeiya und Focus Media verfügen über diese Voraussetzungen; sie sind führend ihren Bereichen Sportbekleidung, maßgefertigte Möbel und Werbung aufgrund ihrer ständigen Innovationen und ihrer ständig wachsenden Präsenz. Tencent, Chinas wirtschaftliches Aushängeschild, vereint die Vorherrschaft des Landes bei Videospielen, Zahlungssystemen und Social-Media-Plattformen. Wachstum und Stimmung wurden zwei Jahre lang durch ein schwieriges regulatorisches Umfeld, schwache Verbrauchernachfrage und die Krise im Technologiesektor gebremst. Wir sind der Ansicht, dass die Normalisierung der Genehmigungen für Glücksspiellizenzen, die Verbesserung der Verbraucherstimmung und ein optimistischer Ausblick für chinesische Tech-Investitionen zu einem positiven Jahr 2023 und einem besseren langfristigen Ausblick beitragen sollten. Die Monetarisierung der Kurzvideoplattform wird dem Unternehmen zusätzlichen Auftrieb geben.“

Ein weiterer globaler Wachstumstrend, den chinesische Unternehmen aufgreifen, sei die Auslagerung der biopharmazeutischen Produktion und Entwicklung, so Jimmy Chen. Hier sei etwa WuXi Biologics einer der stärksten Herausforderer des Weltmarktführers Lonza. Seine Wettbewerbsfähigkeit beruht auf der Kombination eines einzigartigen Geschäftsmodells, Innovation und Zugang zu einem größeren Talentpool. Die Aktie entwickelte sich im Jahr 2022 unterdurchschnittlich, nachdem zwei ihrer Tochtergesellschaften auf die US-Handelsbeschränkungsliste („US Unverified List“) gesetzt wurden, was die Befürchtung aufkommen ließ, dass der chinesisch-amerikanische Technologiekonflikt auf die Biopharma-Outsourcing-Branche übergreift. „Ende 2022 wurden alle Tochtergesellschaften von WuXi Biologics von der Unverified List9 gestrichen,“ argumentiert Jimmy Chen, „womit sich diese geopolitisch bedingten Sorgen offenbar auflösen.“

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Chinesisches Neujahr – chinesische Normalität

Von Dr. Oliver Everling | 17.Januar 2023

Das chinesische Neujahr markiert die Rückkehr zur Normalität – so sieht es jedenfalls Cosmo Zhang, Analyst Emerging Markets Fixed Income bei Vontobel: „China hat früher als erwartet wiedereröffnet, und obwohl die Corona-Infektionsraten in den meisten Städten ihren Höhepunkt erreichen, was sich kurzfristig auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkt, rechnen wir damit, dass sich die Wirtschaft früher erholt als ursprünglich prognostiziert.“

Die innerstädtische Mobilität ist bereits wieder auf etwa 75 % des Niveaus vor der Pandemie gestiegen, zugleich lösten sich Logistikengpässe rasch auf. Während die U-Bahn-Passagierzahlen in 18 Städten 10–15 % und die Verkehrsstaus in 46 Städten rund 25 % unter dem Vor-Covid-Niveau blieben, stiegen der Bahn- und Straßengüterverkehr und der Warenumschlag in den großen Häfen in der vergangenen Woche stark an. Auch Inlands- und Auslandsreisen nahmen in den letzten Wochen mit der Rückkehr zum regulären Arbeitsleben deutlich zu.

„Obwohl die große Covid-Welle abzuflachen scheint,“ räumt Cosmo Zhang ein, „besteht weiterhin Unsicherheit über zukünftige Infektionswellen oder neue Virusvarianten; nach dem chinesischen Neujahr am 22. Januar ist jedoch eine Rückkehr zur Normalität in den meisten Wirtschaftsbereichen wahrscheinlich.“

Unter Berücksichtigung saisonaler Effekte erwarten die Analysten von Vontobel, dass sich die Wirtschaftsaktivität nach Februar erholen wird. Bedenken hinsichtlich möglicher Unterbrechungen der globalen Lieferketten halten sie für übertrieben, da das Risiko von Produktionsausfällen aufgrund der saisonal geringen Auslastung und auch der hohen Lagerbestände begrenzt ist. Wir sehen auch Produktionsengpässe und hohe Inflation nur als begrenzte Risiken. Unsicher sind wir aber hinsichtlich der Frage, wann und wie rasch sich das Konsumentenvertrauen, die Kaufkraft und Nachfrage insbesondere nach hochpreisigen Gütern wie Autos und Immobilien erholen werden.

Auf die Änderung von Chinas Politik ab Ende 2022 hin reagierten die wichtigsten Märkte positiv und fast alle Sektoren, insbesondere aber Fluggesellschaften, Gesundheitswesen, Immobilien und auch der Glücksspielsektor in Macau haben profitiert. „Auch nach der jüngsten starken Kursrallye in der Region Greater China ist unser Ausblick für die nächsten sechs Monate positiv“, so Cosmo Zhang. „Die chinesische Regierung wird alle Anstrengungen unternehmen, um das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 durch geld- und fiskalpolitische Maßnahmen anzukurbeln. Die Finanzierungsbedingungen werden sich erheblich verbessern, wobei die Inflation in Zukunft noch weiter steigen könnte.“

Die Kombination aus der zunehmenden Mobilität und der Lockerung der Regulierungsvorschriften für die Sektoren Immobilien und Big-Tech deutet darauf hin, dass die Erholung früher und stärker als erwartet ausfallen könnte. Zwar dürften die Exporte und die Infrastrukturinvestitionen trotz staatlicher Unterstützung zurückgehen, meinen die Experten. Die Auflösung überschüssiger Ersparnisse aus der Pandemiezeit und die Wiederaufnahme der Aktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen könne aber die Beschäftigung und das Haushaltseinkommen fördern. Beides sollte das Konsumwachstum im Jahr 2023 ankurbeln.

„Früher oder später dürfte sich der Marktfokus von sinkender Inflation auf das Tempo des Wirtschaftswachstums verlagern. Bis dahin bestehen aber zunächst Unsicherheiten in Bezug auf Inflation und Zinsen“, argumentiert Cosmo Zhang. „Starke Kreditkennzahlen deuten darauf hin, dass Emittenten aus Schwellenländern gut positioniert sind angesichts eines sich fundamental eintrübenden globalen Umfelds. Wir glauben auch, dass der chinesische Immobiliensektor die Wende geschafft hat. auch wenn es bis zu einer nachhaltigen Erholung noch etwas dauern wird. Wir sind der Ansicht, dass die Anleihekurse immer noch günstig sind. Unsere Einschätzung für den Sektor ist daher weiter positiv.“

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Dem überraschenden Kursabsturz folgt ein überraschender Wiederaufstieg

Von Dr. Oliver Everling | 16.Januar 2023

Über eine Aktienkurssteigerung um fast 50 % binnen eines Monats könnte jeder Vorstandsvorsitzende eigentlich sehr zufrieden sein – wenn da nicht zuvor, also bis zum Wendepunkt, ein Absturz um rund 85 % binnen eines Jahres zu verzeichnen gewesen wäre. Noch richtet sich der Blick vieler Anleger auf die Schwierigkeiten, denen sich die Hypoport SE im abgelaufenen Kalenderjahr gegenüber sah, während einige bereits die Einstiegschance genutzt haben.

Ronald Slabke, Vorstandsvorsitzender der Hypoport SE, blickt in seiner Einschätzung auf ein herausforderndes Jahr 2022 zurück: „Nach einem äußerst erfolgreichen ersten Halbjahr erlebten unsere Geschäftsmodelle in der Immobilienfinanzierung nach den Sommermonaten eine historisch einmalige Zurückhaltung der Käufer von Wohnimmobilien. Auslöser waren eine Kombination aus unerwarteter und extremer Inflation, sprunghaftem Zinsanstieg, Rezessionsängsten sowie der Hoffnung von Käufern auf stärker fallende Immobilienpreise. Der hieraus folgende starke Rückgang unserer Geschäftsvolumen hielt bis Oktober an und könnte nun im vierten Quartal, eine Bodenbildung gefunden haben. Auch sind unsere Geschäftsmodelle aktuell stärker als der Gesamtmarkt. Denn Immobilienkäufern ist es noch wichtiger geworden, durch eine neutrale Mehrproduktberatung, die günstigsten Konditionen zu erhalten.“

Auf das angelaufene Jahr 2023 blickt Ronald Slabke vorsichtig optimistisch: „Natürlich ist es bei einer Betrachtung des stabilen vierten Quartals 2022 noch zu früh, um auf eine kurzfristige Erholung zu schließen. Daher bleiben wir bei unserem Szenario, dass der Markt der Immobilienfinanzierung vier bis acht Quartale nach dem Start der Käuferzurückhaltung im Sommer 2022 wieder zu einem normalisierten Niveau zurückfindet. Zur Kompensation der Marktschwäche haben wir bereits im zweiten Halbjahr 2022 mit Anpassungen unseres Kostenniveaus an die aktuelle Marktsituation begonnen. Die geplante Kostenreduktion für 2023 beträgt nach derzeitigem Stand 35 bis 40 Mio. Euro. Außerdem wird 2023 für uns ein Jahr großer Chancen für weitere Marktanteilsgewinne. Die historische Ausnahmesituation im Immobilienfinanzierungsmarkt macht die Stärke unserer Plattformangebote für die gesamte Kreditwirtschaft deutlich. Halbiert sich der Markt, halbieren sich die „Kosten“ unserer Plattformen für unsere Partner, während traditionelle IT-Lösungen zu einem Mühlstein für die Geschäftsmodelle noch nicht migrierter Partner werden. Und die Flexibilität in der Ausgestaltung des eigenen Geschäftsmodells auf der Plattform macht unsere Partner erfolgreicher in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Wir beweisen jetzt, dass wir die optimale Lösung für die gesamte Kreditwirtschaft sind!“

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Unabhängigkeit zahlt sich für freie Ratinganalysten aus

Von Dr. Oliver Everling | 16.Januar 2023

Mit „Me-too-Produkten“ hatten Europäer im Wettbewerb mit führenden amerikanischen Anbietern meist keinen Erfolg. Gleich, ob Betriebssysteme für Computer – zu denken ist an Microsoft oder Apple -, Suchmaschinen wie Google oder sozialen Netzwerke wie Facebook, die bloße Kopie verspricht kaum Erfolg.

So verhält es sich auch bei den Versuchen, den US-amerikanischen Ratingagenturen mit europäischen Konkurrenten gleicher, mit Interessenkonflikten beladener Bauart Marktanteile abzunehmen. Wer nach dem gleichen Geschäftsmodell arbeitet und nicht wirklich neue Ideen einbringt, dem steht ein langer, mühsamer Weg bevor. Die Erhebungen der für die Aufsicht über Ratingagenturen zuständigen Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) beweisen es immer wieder: Die Marktanteile europäischer Wettbewerber, die wie Moody’s Investors Service, S&P Global Ratings oder Fitch Ratings über eine Anerkennung als „Credit Rating Agency“ nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen verfügen, schrumpfen zugunsten der Amerikaner statt zugusten der Europäer zu steigen.

Eine kleine Erfolgsgeschichte gibt es dagegen aus der beschaulichen Schweiz zu erzählen. Bei Steve Jobs war es die Garage, bei Independent Credit View (I-CV) gehen die Anfänge auf eine 2-Zimmerkellerwohnung im beschaulichen Schweizer Bauerndorf Lengnau zurück. Zugegebenermaßen hinkt der Vergleich zum Weltunternehmen Apple etwas, aber der Weg zum größten dedizierten Kreditanalyseteam im deutschsprachigen Raum ist auch aller Ehren wert. Vor genau 20 Jahren gründeten Daniel Pfister und Peter Jeggli I-CV mit der Vision, das bisherige Zahlungsregime im Bereich Kreditratings und Unternehmens-Analysen zu revolutionieren.

„Uns ging es von Anfang an um die Abkehr vom Interessenkonflikt behafteten Issuer-pay hin zum reinen Investor-pay-Ansatz. Auch wenn es vermessen wäre, das von den Regulatoren geschützte Oligopol der Ratingagenturen oder die Marktmacht von ‘gratis’ Bankenresearch brechen zu können, gibt uns der Markterfolg recht. Unser Ansatz und Leitspruch ‘the view behind the rating’ hebt sich vom Mainstream ab und unsere prägnanten Analysen und Studien sind für viele professionelle Investoren unverzichtbar geworden. Unsere Philosophie, nur im Interesse der Investoren tätig zu sein mit Fokus auf die Kundenbedürfnisse und die Umsetzung von praxisnahen Lösungen, resultiert in einer Kundenretentionsrate, welche seit Jahren bei rund 98 Prozent liegt. Und die Assets under Advisory liegen Stand Ende 2022 bei über CHF 300 Milliarden. Ein weiterer Beleg, der das Bedürfnis nach unabhängigem Research untermauert“, so Gründer Daniel Pfister.

Von ehemals zwei Gründern, die gleichzeitig als Analysten fungierten, ist I-CV über die vergangenen 20 Jahre behutsam und kontinuierlich zu einem Team von über 20 Mitarbeitenden angewachsen. Sämtliche Aktien des Unternehmens sind dabei in Mitarbeiterhänden. Wichtige Meilensteine waren die Gewinnung der größten deutschen Pensionskasse im Jahr 2011 sowie langjährige Mandate für große Schweizer Versicherungen, Privatbanken und Pensionskassen. „Aber auch die Etablierung des Swiss Bond Congress, der alle zwei Jahre in Zürich stattfindet und im vergangenen Jahr zum zehnten Mal über die Bühne ging, sowie die regelmäßigen Länder- und Bankenstudien führten zu einem wachsenden Bekanntheitsgrad im deutschsprachigen Raum. So stammen unsere Kunden zu etwas über der Hälfte aus der Schweiz, gefolgt von 35 Prozent aus Deutschland und knapp zehn Prozent aus Liechtenstein und Luxemburg“, sagt Pfister.

Pfister ist dem Unternehmen bis heute erhalten geblieben und übergab das Ruder als CEO Ende 2021 an Christian Fischer, welcher bereits 2007 ins Unternehmen eintrat. Auch hier spiegelt sich die Kontinuität des Unternehmens wider. „Die Erfolgsgeschichte von unabhängigem und investorenbezahltem Research wird mittlerweile im Bereich ESG weitergeschrieben. Denn die Berücksichtigung von ESG-relevanten Faktoren im Analyseprozess ist zum unverzichtbaren Element geworden. Mit dem im Mai 2022 lancierten ESG Radar Tool bieten wir auch in diesem Bereich eine praxisnahe Lösung, welche sich von gängigen Mainstream-Anbietern unterscheidet und dem Kunden eine Beurteilung nach seinen eigenen Wertevorstellungen ermöglicht. Generell investieren wir kontinuierlich in neue Technologien und Automation zur Effizienz- und Qualitätssteigerung in der Analyse“, so Christian Fischer.

Der unabhängige Blick auf die Kreditfähigkeit von Unternehmen und Staaten erweist sich insbesondere in Krisenzeiten als unabdingbar. Denn gerade dann ist die Kompetenz des Analystenteams von höchster Bedeutung. „Es ist wichtig, sich nicht von geschönten Bilanzen oder falschen Versprechen blenden zu lassen. Unser Augenmerk liegt immer auf der objektiven Betrachtung und unsere ungeschminkten Einschätzungen konnten schon das eine oder andere Mal Kunden vor Fehlinvestments bewahren. Beispielsweise haben wir frühzeitig vor Einlagen bei der Greensill Bank oder vor Investitionen in Anleihen der Islandbanken, Argentinien oder auch Wirecard abgeraten. Wir sind uns sicher, mit unserem Investor-pay-Ansatz auch in Zukunft die ideale Lösung für professionelle Anleger anzubieten, um mit einem differenzierten Blick Anlageentscheidungen treffen zu können“, meint Fischer abschließend.

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Kippschalter gegen Betrug

Von Dr. Oliver Everling | 12.Januar 2023

Experian hat heute CreditLock eingeführt, eine neue Funktion, mit der Kunden ihre Experian-Kreditauskunft auf Knopfdruck sperren können. Der Start erfolgt nach Daten, die zeigen, dass 1 von 4 Erwachsenen im Vereinigten Königreich Opfer von Betrug geworden ist, wobei 75 % der Erwachsenen im Vereinigten Königreich Ziel von Betrug sind. Diese Relationen unterstreichen das Ausmaß des Problems im Vereinigten Königreich.

Mit CreditLock können CreditExpert- und Identity Plus-Kunden ihre Experian-Kreditauskunft mit einem Kippschalter in der App – oder online – „sperren“ oder „entsperren“. Bestimmte Kreditanträge mit hohem Risiko (z. B. ein Darlehen, eine Hypothek oder eine Kreditkarte) werden durch einen „gesperrten“ Bericht blockiert.

Der Bericht kann mit demselben Schalter entweder in der App oder online sofort „entsperrt“ werden. Dies bedeutet, dass er sofort zugänglich ist, wenn der Verbraucher einen echten Kreditantrag stellen möchte.

Mithilfe von Echtzeitwarnungen informiert die Funktion Kunden auch über neue Kreditsuchen in ihrem Namen und wenn betrügerische Anträge in ihrem Namen gestoppt wurden.

Eine von CreditLock blockierte betrügerische Anwendung hat keinen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit einer Person.

Jayne Sankoh-Beacom, Head of Product Management bei Experian, sagte: „Da die Lebenshaltungskosten weiter steigen und die Betrugsstatistiken zunehmen, ist es für die Menschen wichtiger denn je, ihre Experian-Kreditwürdigkeit zu schützen. Durch das Hinzufügen von CreditLock können sich unsere Kunden besser vor einem möglichen Identitätsdiebstahl schützen.

„Unser Ziel ist es, Produkte zu entwickeln, die dazu beitragen, das finanzielle Wohlergehen der Menschen zu verbessern und ihnen mehr Kontrolle über ihre Finanzen zu geben. Mit dieser neuen Funktion können wir unseren Kunden jetzt diesen zusätzlichen Schutz vor Identitätsbetrug bieten.“

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Alternativangebot im Ratenkreditgeschäft

Von Dr. Oliver Everling | 11.Januar 2023

Die GENOFLEX GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Hypoport SE und der TeamBank AG, will nach erfolgreicher Pilotphase ihr Angebot weiter öffnen.

Über das Gemeinschaftsunternehmen können teilnehmende genossenschaftliche Banken ihren Kundinnen und Kunden – sofern kein passendes easyCredit Angebot vorliegt – ein Alternativangebot im Ratenkreditgeschäft unterbreiten. Dabei stammen diese Angebote sowohl von anderen genossenschaftlichen Banken als auch von Finanzinstituten außerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors.

Um dieses Gemeinschaftsangebot zu erreichen, haben die beiden Partner ihre jeweiligen Stärken eingebracht: Die TeamBank verfügt mit Vertragsbeziehungen zu nahezu allen genossenschaftlichen Banken in Deutschland über ein breites Vertriebsnetzwerk, während Hypoport seine Erfahrung im Plattformgeschäft in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht hat. Bis Ende 2022 wurde eine Pilotphase mit 70 Banken erfolgreich abgeschlossen. Der Rollout für weitere Genossenschaftsbanken startet ab Januar.

Christian Polenz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TeamBank AG, blickt auf eine erfolgreiche Pilotphase zurück: “Wegen des großen Interesses unserer genossenschaftlichen Partnerbanken am GENOFLEX-Angebot haben wir die Anzahl der teilnehmenden Institute noch während der Pilotphase von ursprünglich 30 auf 70 Banken erhöht. Nun freuen wir uns, GENOFLEX sukzessive für alle unsere Partnerbanken aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe zu ermöglichen. Damit schaffen wir ein zusätzliches positives Kunden- und Beratererlebnis und leisten einen weiteren Beitrag zum profitablen Wachstum der genossenschaftlichen FinanzGruppe.“

Jens Fehlhauer, Generalbevollmächtigter der Hypoport SE für den genossenschaftlichen Bankensektor ergänzt, „Der sukzessive Rollout von GENOFLEX für die genossenschaftliche FinanzGruppe ist der logische nächste Schritt nach der Pilotphase, für deren erfolgreiche Umsetzung ich mich beim gesamten GENOFLEX-Team bedanken möchte.“

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Digitale Wirtschaft relativ robust

Von Dr. Oliver Everling | 4.Januar 2023

Die deutsche Wirtschaft sieht Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, zu Beginn des Jahres 2023 in einer Rezession, die vor allem auf die Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation zurückzuführen ist: „In diesem Umfeld müssen sich die meisten Branchen im Jahr 2023 auf sinkende preisbereinigte Umsätze einstellen. Das gilt in besonderem Maße für den Einzelhandel, wo sich die Konsumzurückhaltung der Haushalte bereits in den letzten Monaten des Jahres 2022 spürbar bemerkbar machte. Im Jahresverlauf dürften rückläufige Inflationsraten zwar eine leichte Besserung bringen, unter dem Strich schrumpft der preisbereinigte Umsatz jedoch um 3,5 Prozent.“

Für die Industrie sind seine Perspektiven gemischt: „Viele Betriebe der chemischen Industrie drosselten bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 deutlich ihre Produktion, weil manche Anlagen infolge der hohen Rohstoff- und Energiekosten unrentabel wurden. Ob die Gaspreisbremse für Unternehmen diesen Niedergang aufhalten oder gar umkehren kann, ist eine der spannenden Fragen für das Jahr 2023. Selbst wenn sich die Lage im Jahresverlauf verbessert, muss für das Gesamtjahr 2023 mit einem Rückgang der Chemieproduktion um mehr als 10 Prozent gegenüber dem schon schwachen Jahr 2022 gerechnet werden.“

In der deutschen Automobilindustrie sind die Aussichten für das kommende Jahr nicht so positiv, so der Chef-Volkswirt, wie es das erwartete Produktionsplus von mehr als 7 Prozent nahelegen würde: „Dieses Plus ist nämlich dem Umstand geschuldet, dass die Hersteller dank einer besser werdenden Versorgung mit Speicherchips ihren hohen Auftragsstand sukzessive abarbeiten können. Perspektivisch müssen sich die Hersteller von Fahrzeugen aber auf schlechtere Zeiten einstellen, denn in der Rezession dürfte die Nachfrage nach Autos spürbar sinken, und auch weltwirtschaftlich muss die stark exportorientierte Branche mit Gegenwind rechnen. Die geringere Förderung von Elektrofahrzeugen ist ein Faktor, der die Erwartungen zusätzlich dämpft.“

Vor einem Jahr hatte Axel Angermann geschrieben, das deutsche Baugewerbe könne zu den Gewinnern des Regierungswechsels gehören. Inzwischen ist klar: „Das Ziel, bis zu 400.000 Wohneinheiten pro Jahr neu zu errichten, wird auch im Jahr 2023 deutlich verfehlt. Steigende Zinsen und hohe Baukosten haben viele private Bauherren dazu gebracht, ihre Bauvorhaben nicht weiter zu verfolgen, und auch öffentliche Auftraggeber zeigen sich zunehmend zurückhaltend. Auch für den Gewerbebau ist in einer Rezession nicht mit positiven Impulsen zu rechnen. Insgesamt wird die Bauproduktion nach dem deutlichen Minus im Jahr 2022 auch 2023 weiter zurückgehen.“

Die hohen Umsatzzuwächse von fast 100 Prozent für die Reisebüros und -veranstalter und von mehr als 40 Prozent für das Gastgewerbe im Jahr 2022 ordnet er vor dem Hintergrund eines pandemiebedingt sehr geringen Ausgangsniveaus ein: „In beiden Bereichen liegt der Umsatz damit noch erheblich unter dem Niveau des Jahres 2019. Nachdem die pandemiebedingten Aufholeffekte im Wesentlichen abgeschlossen sind, wird die Entwicklung des privaten Konsums zum wichtigsten Bestimmungsfaktor der weiteren Umsatzentwicklung, und das lässt für beide Bereiche ein Minus des preisbereinigten Umsatzes von etwa 4 Prozent im Jahr 2023 erwarten.“

Positiv bleibt die Umsatzentwicklung im IT-Sektor und damit verbundenen Branchen, so der Chef-Volkswirt: „Der Umsatz mit Dienstleistungen der Informationstechnologie liegt ebenso wie der in der Datenverarbeitung und mit Webportalen um mehr als 10 Prozent über dem Niveau des Jahres 2019 und wird im Jahr 2023 weiter steigen, wenn auch mit deutlich geringerer Dynamik als zuletzt. Dass sich Deutschland in Sachen Digitalisierung weiterhin eher auf dem Niveau eines Entwicklungslandes befindet, eröffnet den Unternehmen in diesen Bereichen prinzipiell weiterhin positive Perspektiven. Damit sich diese realisieren können, braucht es allerdings mehr Impulse auch aus dem politischen Bereich. Mehr Engagement von Kommunen und Ländern in der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen und Bürgerdienstleistungen wäre hier hilfreich.“

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Kapitalflüsse in Europa bleiben unter US-Kontrolle

Von Dr. Oliver Everling | 15.Dezember 2022

Ratingagenturen nehmen wichtige Schleusenfunktionen an den Finanzmärkten wahr. Eines der Ziele der im Zuge der globalen Finanzkrise in Kraft gesetzten EU-Verordnung über Ratingagenturen bzw. Credit Rating Agencies (CRA-Verordnung) besteht deshalb darin, den Wettbewerb auf den Märkten für Ratings zu erhöhen, indem Emittenten oder verbundene Dritte ermutigt werden, kleinere Ratingagenturen zu beauftragen.

In diesem Zusammenhang verpflichtet Artikel 8d der CRA-Verordnung Emittenten oder verbundene Dritte, die beabsichtigen, zwei oder mehr Ratingagenturen mit der Bewertung einer Emission oder eines Unternehmens zu beauftragen, in Erwägung zu ziehen, mindestens eine Ratingagentur mit nicht mehr als 10 % des Gesamtmarktanteils in der EU zu beauftragen. Entscheidet sich ein Emittent oder verbundener Dritter in solchen Fällen nicht dafür, eine CRA mit einem Gesamtmarktanteil von weniger als 10 % zu benennen, verlangt die CRA-Verordnung (Artikel 8d), dass diese Entscheidung dokumentiert wird. Die Verpflichtungen aus Artikel 8d werden auf nationaler Ebene von den jeweiligen sektoralen zuständigen Behörden überwacht und durchgesetzt.

Um Emittenten oder verbundenen Dritten bei dieser Bewertung zu helfen, muss die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) gemäß Artikel 8d der CRA-Verordnung jährlich eine Liste der registrierten Ratingagenturen und der von ihnen abgegebenen Arten von Ratings zusammen mit einer Berechnung der Einnahmen der Ratingagenturen aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene veröffentlichen.

Gemäß Artikel 8d Absatz 3 der CRA-Verordnung wird der Gesamtmarktanteil für jede registrierte Ratingagentur unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz berechnet, der aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene in der EU für diese Ratingagentur oder Gruppe von Ratingagenturen generiert wird. So betrachtet gibt es derzeit eine Reihe von Gruppen von Ratingagenturen, die in der EU tätig sind. Der Gesamtmarktanteil wurde nun von der ESMA jeweils auf der Grundlage der geprüften Jahresabschlüsse der Ratingagenturen unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen für das Jahr 2021 berechnet.

Das Ergebnis der Berechnungen bleibt eindeutig wie in allen Jahren zuvor: Die drei führenden US-Ratingagenturen dominieren den Markt in der EU mit einem Anteil von zusammen 92,97 %. Als ob 91,59 % Marktanteil im Vorjahr nicht schon genug gewesen wären, konnten die US-Agenturen ihren Marktanteil also noch weiter ausbauen.

S&P Global Ratings wird im Bericht 2022 mit einem Marktanteil von 50.13% (51.17% im Vorjahr), Moody’s Investor Service mit 32.79% (30.12% im Vorjahr) und Fitch Ratings 10.05% (10.30% im Vorjahr) angegeben.

Alle 17 weiteren Ratingagenturen teilen sich mithin einen Marktanteil von knapp über 7 % – zusammen genommen. Die „führende europäische“ Ratingagentur bringt es auf 1,31 % und steht damit auch noch in Konkurrenz mit einer anderen Agentur mit kanadischem Ursprung, die ebenfalls mit 1,31 % am Ratingmarkt in der EU teilnimmt.

Da es von erteilten Ratings abhängt, zu welchen Konditionen sich Staaten, Gebietskörperschaften, öffentliche und private Unternehmen aus allen Sektoren der Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft und der Industrie, Finanzmittel beschaffen können, bleibt angesichts dieser Marktanteile die Kontrolle über Kapitalzu- und -abflüsse in der EU fest in US-amerikanischer Hand.

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Das deutsche Gesundheitssystem

Von Alex Bergmann | 14.Dezember 2022

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Gesundheitsversorgung ist ein grundlegendes Menschenrecht, aber in vielen Teilen der Welt ein Privileg. Das Problem mit dem Gesundheitssystem ist, dass viele Menschen auf der Welt wegen der hohen Kosten nicht die Versorgung bekommen, die sie brauchen.

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Es gibt relativ kurze Wartzeiten bei Ärzten, übersichtliche Eigenleistungen und eine gute Wahl von Zusatzleistungen. Als größtes Problem gilt aktuell der Personalmangel. Fach- und Pflegekräfte beklagen zu wenig finanzielle Anreize und die hohe körperliche Belastung.

Krankenversicherung und Gesundheitssystem sind eng miteinander verbunden. Wer krankenversichert ist, kann sich von Ärzten in Praxen und Krankenhäuser kostenlos medizinisch behandeln lassen. Der Staat stellt allen Menschen eine Grundversicherung als Krankenversicherung zur Verfügung.

Die als international bekannte ”Health Insurance Germany” ist obligatorisch und wird durch das deutsche Gesetz geregelt. Dieses Gesetz schreibt vor, dass jeder Mensch eine Krankenversicherung abschließen muss, denn niemand kann sicher sein, ob er irgendwann in seinem Leben medizinische Versorgung benötigt. Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer.

Aufgaben der Gesundheitsversorgung

Gesundheitsversorgung ist ein weit gefasster Begriff, der medizinische Dienstleistungen und Produkte umfasst, die zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden.

Die wesentlichen Aspekte des Gesundheitssystem sind die Erhaltung und Förderung der Gesundheit, Prävention von Erkrankungen, Rehabilitation und Behindertenpolitik.

Gesundheit ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Es geht nicht nur darum, sich gut zu ernähren, aktiv zu bleiben oder genug Schlaf zu bekommen – es geht auch darum, Zugang zu einem Gesundheitsdienstleister zu haben, der Krankheiten diagnostizieren, behandeln und verhindern kann.

Gesetzliche und private Krankenkassen

Deutschland hat ein gesetzliches und ein privates Gesundheitssystem. Das gesetzliche Gesundheitssystem finanziert sich aus Steuern und Pflichtbeiträgen der Arbeitgeber- und Nehmer und Rentenversicherungsträgern. Es gilt das Prinzip der Solidargemeinschaft. Die besten Krankenkassen in Deutschland sind diejenigen, die ihren Kunden ein breites Spektrum an Leistungen und Vorteilen bieten. Diese Unternehmen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Plänen und Paketen zu wählen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Wer mehr absichern möchte, kann diese bei privaten Anbietern tun und Zusatzversicherungen abschließen um zum Beispiel nicht abgedeckte Leistungen wie alternative Behandlungsmethoden, bestimmte Zahnbehandlungen oder präventive Gesundheitsmaßnahmen zu erhalten.

Der Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung wird durch private Unternehmen angeboten und kommt ohne staatliche Zuschüsse aus. Die Beiträge der Versicherten werden gewinnbringend angelegt und verzinst, um damit medizinische Versorgung zu finanzieren. Ungefähr 10% der Menschen sind hier privat versichert, dazu zählen Beamte, Selbständige und Gutverdiener.

Die private Krankenversicherung hat viele Vorteile; Es bietet eine erschwinglichere Deckung, mehr Flexibilität bei der Auswahl von Anbietern und Plänen, mehr Kontrolle über persönliche Gesundheitsentscheidungen und mehr Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf Leistungen.

Die private Krankenversicherung hat auch Nachteile; Es kann teuer für diejenigen sein, die weniger gesund sind oder Vorerkrankungen haben bei der Antragstellung. Auch ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nicht immer einfach. Ein Nachteil ist auch die Beitragserhöhung mit steigendem Alter. Behandlungskosten werden rückwirkend von den privaten Leistungsträgern erstattet.

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Themen: Health Care Rating, Werbung | Kommentare deaktiviert für Das deutsche Gesundheitssystem

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