Dritte Dimension tangiert auch Ratings

Von Dr. Oliver Everling | 14.Dezember 2022

Ein führendes globales Technologiedienstleistungsunternehmen der Fortune 500, DXC Technology, hat fünf Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich das Metaversum in den nächsten 5 Jahren auf Leben und Geschäft und damit auf jedes Rating auswirken wird.

Über die Perspektive von DXC Technologies auf das Metaverse berichtet Nathalie Vancluysen, Leiterin von XR und Distinguished Technologist bei DXC Technology. Sie leitet das globale Extended Reality (XR)-Geschäft in DXC, das immersive Technologien wie AR, VR und MR umfasst. Sie ist verantwortlich für den Aufbau der Strategie und des Portfolios, während sie mit wichtigen Partnern und Kunden zusammenarbeitet.

1. Die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz wird nie wieder dieselbe sein

Weltweit wird das Metaverse für immer mehr Mitarbeiter Teil der täglichen Arbeit werden. Anstatt auf ein Raster zweidimensionaler Gesichter auf einem Videokonferenzbildschirm zu starren, können Kollegen ihren Platz an einem virtuellen Tisch auswählen, den Raum für eine Pause verlassen und sogar mit ihrem Chef einen virtuellen Spaziergang machen.

Um die Vorteile zu maximieren, kombinieren viele Unternehmen bereits traditionelle Videokonferenzen mit immersiven Collaboration-Technologien. DXC hat die positiven Auswirkungen seiner eigenen privaten virtuellen Welt mit gesteigerter Produktivität, Engagement und Kreativität seiner Mitarbeiter festgestellt.

„Metaverse-Erfahrungen helfen Mitarbeitern, sich besser zu konzentrieren und mehr Informationen zu behalten. Virtuelle Welten können uns helfen, aus unserer Videokonferenz-Routine herauszukommen und die Tür zu mehr Zusammenarbeit und Innovation zu öffnen“, sagt Nathalie Vancluysen, Head of Extended Reality bei DXC Technology.

2. Professionelle Großveranstaltungen werden virtuell

Das Metaverse ist ein Ort, an dem Tausende von Avataren auf der ganzen Welt zusammenkommen können, um zu interagieren, sich zu treffen und sich zu engagieren. Personalisierte 3D-Avatare werden von Menschen bequem von ihrem gewählten Standort aus gesteuert und können sich frei über einen nahezu unendlichen Raum bewegen und sich augenblicklich von einem Ort zum anderen teleportieren. In Zukunft werden mehr Großveranstaltungen wie Konferenzen, Ausstellungen und Gipfeltreffen in virtuellen Welten stattfinden, was größere Möglichkeiten der weltweiten Zusammenarbeit ermöglicht und den Zeit-, Ressourcen- und CO2-Fußabdruck beim Reisen reduziert.

3. Bands, DJs, Sportvereine und Dating werden ins Metaverse übergehen

Immer mehr Einzelpersonen und Organisationen aus der Musik- und Sportbranche ermutigen Fans, sich ihnen von virtuellen Plätzen aus in virtuellen Veranstaltungsorten anzuschließen und die Aufregung von Konzerten und Spielen in das eigene Zuhause zu bringen. Darüber hinaus bieten einige Dating-Apps wie Nevermet und Flirtual bereits Dienste im Metaversum an. In den nächsten fünf Jahren werden den Verbrauchern mehr interaktive, immersive Möglichkeiten geboten, die Dinge zu tun, die sie in der physischen Welt lieben – alles über ihren digitalen Avatar.

4. Marken werden sich auf neue Weise ausdrücken

Virtuelle Kundenerlebnisse werden alltäglich werden, wenn Marken nach neuen und aufregenden Wegen suchen, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Große Einzelhandelsmarken wie Louis Vuitton, Adidas, Gucci, Coke und Nike sowie Autohersteller wie Nissan, Toyota und Ferrari experimentieren bereits mit virtuellen Umgebungen und Augmented Reality. In den nächsten fünf Jahren erwartet DXC, dass immer mehr Marken ihren Kunden die Möglichkeit bieten, ihre Marken, Lösungen und Dienstleistungen in 3D zu erkunden – von Hotels über Städte bis hin zu Flughäfen.

5. Rekrutierung und Onboarding werden transformiert

Die Rekrutierung von Talenten ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs eines jeden Unternehmens, und das Erreichen von Talenten ist der erste Schritt. In den nächsten fünf Jahren werden sich Unternehmen zunehmend dem Metaversum zuwenden, um auf ansprechende Weise mit Kandidaten in Kontakt zu treten. Das Metaverse kann auch gut für Inklusivität sein. Das Veranstalten von Erstgesprächen im Metaverse kann Personalvermittlern dabei helfen, Kandidaten mit dem richtigen Verhaltensprofil zu identifizieren – und nicht nur diejenigen mit den „richtigen“ Lebenslaufzeugnissen oder dem „richtigen“ Aussehen.

„Einzelpersonen und Unternehmen öffnen sich für die Möglichkeit, das Metaversum in alltäglichen Aktivitäten einzusetzen“, fasst Nathalie Vancluysen zusammen. „Viele der jungen Erwachsenen von heute sind mit Online-Geselligkeiten und -Spielen aufgewachsen, daher müssen Unternehmen, Regierungsorganisationen und Marken in der Lage sein, sie mit Produkten und Dienstleistungen zu begeistern, die sich vertraut und aufregend anfühlen.“

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Rating von Nutzungskonzepten in transformierten Immobilien

Von Dr. Oliver Everling | 14.Dezember 2022

Nach ihrer Grundlagenstudie zu „Transformationsimmobilien“ vom Herbst 2021 haben Union Investment und bulwiengesa jetzt eine umfassende Marktanalyse zu diesem Trend- und Zukunftsthema vorgelegt. Die Studie gibt Erkenntnisse darüber an die Hand, unter welchen Bedingungen sich die Transformation im Immobilienbestand lohnt und folglich Ratings verbessert werden können.

Die Studie basiert auf einer im Sommer 2022 durchgeführten Befragung von fast 200 erfahrenen Marktakteuren in Europa. Die Ergebnisse und Erkenntnisse sollen helfen, die Planung und Umsetzung von Transformationsprojekten zu erleichtern.

Die zentrale Aussage der Studie: „Die Transformation im Immobilienbestand lohnt sich 360 Grad. Sowohl für die Erreichung der Klimaziele als auch aus Investmentperspektive sowie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität der Städte sind Transformationsimmobilien ein gewinnbringender Lösungsansatz. Und Investoren und Projektentwickler sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Dabei müssten sich jedoch die politischen Rahmenbedingungen für Transformationsprojekte nachhaltig verändern.“

„Im Kontext der aktuellen Herausforderungen – knappe Rohstoffverfügbarkeit, steigende Energiekosten und Nachhaltigkeitsanforderungen an Immobilien, sich rapide verändernde Nutzeranforderungen und nicht zuletzt starke Umbrüche bei der Flächennachfrage in einzelnen Segmenten – ist Transformation ein zentraler Baustein der neuen Realität. Transformationsimmobilien haben das Potenzial, diese Vielfalt an Themen ganzheitlich zu beantworten. Die in der Transformation liegenden Chancen werden auch von Investoren in zunehmendem Maße erkannt“, sagt Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Global bei Union Investment.

So ist mit 90 Prozent die deutliche Mehrheit der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer der Ansicht, dass Mixed-Use-Konzepte bei Transformationsimmobilien helfen, Ertragssicherheit über den gesamten Lebenszyklus zu gewährleisten. Knapp 60 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Transformationsimmobilien viele Probleme lösen, die durch steigende Baukosten, steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten entstehen. 57 Prozent teilen die Ansicht, dass dieser Immobilientypus immer nachhaltiger ist als Abriss oder Neubau.

Die befragten Immobilienakteure sind zudem der Auffassung, dass auch beim gewerblichen Mieter ein Umdenken begonnen habe. Beispielsweise gehen sie von der Akzeptanz einer höheren Kaltmiete bei energieeffizienteren Flächen und ökologisch nachhaltiger Bauweise aus. Zudem beobachten die Befragten beim Mieter auch eine wachsende Bereitschaft, z.B. Zugeständnisse beim Einsatz von recyceltem Material zu machen.

Die Befragungsergebnisse lassen zudem auf eine grundsätzlich starke Bereitschaft auf Investoren- bzw. Entwicklerseite schließen, in Vorleistung zu gehen. Gefragt nach der „Investitionsbereitschaft“, um eine schnellere Baugenehmigung zu erhalten, würden die befragten Immobilienakteure ihre Schwerpunkte bei der Transformation deutlich auf Nachhaltigkeitsaspekte legen. Dazu zählen Investments in energetische Fassaden, besonders hochwertige Außenanlagen oder ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Akzeptiert werden auch Mehrkosten für kreislauffähige Konstruktionen und Baustoffe bzw. zur Vermeidung von Bauabfall beim Umbau. Bemerkenswert: 60 Prozent der Befragten würden für eine schnelle Baugenehmigung auch mietreduzierte Flächen für soziale und kulturelle Flächen anbieten. Demgegenüber wären jedoch nur knapp 50 Prozent bereit, einen höheren Anteil von sozial gefördertem Wohnraum bereitzustellen.

Der Großteil der Befragten verbindet mit der Transformation einer innerstädtischen Immobilie die Chance, ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept umzusetzen. An zweiter Stelle folgen die wirtschaftlichen Ziele „Hohe Ertragssicherheit“ und „Werterhöhung der Immobilie“, gefolgt von Nachhaltigkeitszielen wie „möglichst geringe CO2-Emissionen für den gesamten weiteren Lebenszyklus“ und „architektonische bzw. städtebauliche Umfeldverbesserung“.

Wie die Studie aufzeigt, sind Wohnnutzungen das bevorzugte Nutzungsangebot nach einer Transformation, in den Formen freifinanziert, gefördert und betreutes Wohnen, sowie Einzelhandel des periodischen Bedarfs. Überraschendes Ergebnis: Auch fast 90 Prozent der Befragten sind bei der Realisierung von Transformationsimmobilienprojekten bereit, eine gewisse Kostenunsicherheit in Kauf zu nehmen.

Transformationsimmobilien stehen aktuell im Spannungsfeld von hohen Baukosten, steigenden Zinsen, hoher Inflation und hohen Energiepreisen sowie Nachhaltigkeitsanforderungen durch die EU-Taxonomie. Auch die Baukonjunktur ist im Herbst 2022 abrupt gestoppt worden. Daher erstaunt es wenig, dass nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer (77 Prozent) insbesondere die knappe Rohstoffverfügbarkeit ein starker Treiber ist, der die Transformation von Immobilien anstelle von Neubau bzw. Abriss und Neubau begünstigt. Auch nationale und EU-Nachhaltigkeitsanforderungen sind starke Triebfedern, die nach Ansicht der Befragten die Transformation von Immobilien anstelle von Neubau bzw. Abriss und Neubau begünstigen. Ebenfalls eine Mehrheit (59 Prozent) glaubt, dass bei der Umsetzung von Transformationsimmobilien weniger Probleme durch steigende Bau- und Energiekosten und gestörte Lieferketten entstehen als bei Neubauvorhaben.

Breit gefächert sind die Wünsche an politische Institutionen, um die Umsetzbarkeit von Transformationsimmobilien zu verbessern. Felix Embacher, Bereichsleiter Research und Data Science bei bulwiengesa: „Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen eine erleichterte Nutzungserlaubnis und eine Befreiung von Auflagen sowie die Erlaubnis einer höheren Flächenausnutzung. 80 Prozent der Befragten wünschen eine klare ämterübergreifende Projektorganisation bei den Kommunen sowie die Zusammenführung von schnellen Planungsprozessen und Bürgerbeteiligung.“ Eher verhalten positiv werden die potenziellen Fördermöglichkeiten für Transformationsprozesse gesehen – hier gibt es sicherlich noch Optimierungspotenziale von Seiten des Gesetzgebers und der Förderinstitute, so Embacher.

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Mindestens drei Szenarien im ersten Halbjahr denkbar

Von Dr. Oliver Everling | 12.Dezember 2022

In den vergangenen Wochen hat sich der Inflationsdruck abgeschwächt, damit verbunden sind die Langfristzinsen gesunken. Die Aktienmärkte haben sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, stellt Dr. Eduard Baitinger fest, seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Im Gegenteil, sagt er: „Der nachlassende Inflations- und Zinsdruck wird als sicheres Zeichen dafür gewertet, dass die geldpolitische Straffung zunehmend in der Realwirtschaft ankommt und die Unternehmensgewinne bald spürbar unter Druck geraten könnten. Die Analysten rechnen zwar mit einer gewissen Fragilität bei den Unternehmensgewinnen, nicht jedoch mit einer deutlichen Eintrübung. Es drohen also spürbare Revisionen bei den Gewinnschätzungen. Diese könnten so stark ausfallen, dass sie die positiven Effekte der reduzierten Marktzinsen auf die Bewertungen überkompensieren. Neue drastische Abverkäufe wären die Konsequenz. Die Marktteilnehmer warten daher die weitere Entwicklung ab.“

Für die kommenden Monate erscheinen ihm drei unterschiedliche Szenarien vorstellbar: Im besten Fall lässt der Inflationsdruck schneller nach als erwartet und die globalen Notenbanken gehen wieder dazu über, die Märkte zins- und liquiditätsseitig zu unterstützen. Die globale Wirtschaft zeigt sich zudem stabil und der befürchtete Einbruch der Unternehmensgewinne bleibt aus. Gegen dieses äußerst optimistische Szenario sprechen jedoch allein schon die makroökonomischen Vorlaufindikatoren, die auf ernsthafte Rezessionsrisiken hindeuten. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass sich die Konjunktur weiter abschwächt und die Gewinnprognosen der Unternehmen nach unten angepasst werden müssen. In diesem mittleren Szenario würden die Aktienmärkte in den nächsten Monaten negativ tendieren. Der Abverkauf könnte allerdings dadurch gemildert werden, dass die Langfristzinsen angesichts des schwachen Makroumfelds weiter nachgeben. Im schlimmsten Fall droht eine harte makroökonomische Stagflation gepaart mit einer Gewinnrezession. Dies könnte passieren, wenn sich die geopolitische Lage weiter zuspitzt, etwa bei einer Ausweitung des Ukrainekrieges sowie einer militärischen Eskalation rund um die Taiwan-Frage oder im Iran-Konflikt. Es käme dann zu deutlichen Einbrüchen an den Märkten, die nicht mehr durch sinkende Marktzinsen oder die Fed eingefangen werden könnten. Kurzfristig hat dieses Negativszenario nur eine begrenzte Wahrscheinlichkeit. Grundsätzlich sind geopolitische Störfeuer im Verlauf des Jahres 2023 und darüber hinaus aber nahezu sicher.

Professionelle Anleger sollten sich mit den von der FERI skizzierten Szenarien vertraut machen. Im ersten Halbjahr 2023 erscheint dabei eine defensive Grundausrichtung der Asset Allocation angemessen, die jedoch genügend Flexibilität lässt, um vom phasenweise freundlichen Zinsumfeld zu profitieren. Gleichzeitig sind Absicherungen gegen geopolitische Risiken weiterhin sinnvoll.

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Anspruch und Wirklichkeit der Ratingagenturen

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat ihren Bericht über die Marktanteile der Ratingagenturen in Großbritannien veröffentlicht. Diesem Bericht kommt angesichts der Größe und Relevanz des Finanzplatzes London in Europa wie auch weltweit besondere Bedeutung zu. Die Berechnungen beziehen sich auf das Jahr 2021.

Spitzenreiter unter den Ratingagenturen bleibt S&P Global Ratings UK Limited mit einem Marktanteil von 34,81 %, gefolgt von Moody’s Investors Service Limited mit 30,42 %. Fitch Ratings Ltd. liegt dicht auf mit 27,03 %. Alle anderen Ratingagenturen schaffen jeweils nicht die kritische Schwelle von 10 % Marktanteil, sondern verfehlen diese gesetzlich verankerte Marke bei weitem.

DBRS Ratings Limited, die inzwischen zur Gruppe von Morningstar gehört, rangiert auf dem vierten Platz mit 3,77 %. Der Versicherungsspezialist A.M. Best Europe – Rating Services Limited kommt aufgrund seiner Branchenspezialisierung – wie immer – nur auf einen kleinen Gesamtmarktanteil, nämlich jetzt 1,47 %.

In Großbritannien konkurrieren weitere Ratingagenturen um die Aufmerksamkeit der Anleger und Emittenten: The Economist Intelligence Unit Limited erreichte einen Marktanteil von 1,38 %, Kroll Bond Rating Agency UK Limited von 0,59 %, ARC Ratings (UK) Limited 0,29 %.

Bei den Ratingagenturen The Economist Intelligence Unit Limited handelt es sich um eine britische Agentur – eine durch die gleichnamige Fachzeitschrift bekannte Adresse. Bei ARC Ratings (UK) Limited handelt es sich um die Gesellschaft einer pan-europäischen Agentur. Die Schwestergesellschaft ist auf dem europäischen Kontinent auch durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) registriert.

Schlusslicht ist eine Ratingagentur, die sich selbst stets als „the leading European credit rating agency“ darstellt. Für Scope Ratings UK Ltd berechnet die Behörde in Großbritannien einen Marktanteil von 0,24 %.

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Black Friday erfreut mit schwarzen Zahlen

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Während größere Unternehmen der deutschen Wirtschaft derzeit einen scharfen Gegenwind verspüren, finden sich an den Kapitalmärkten doch auch Beispiele für Unternehmen, die durch nachhaltiges Wachstum überraschen.

Die Allterco JSCo verzeichnete einen Anstieg der Black-Friday-Verkäufe mit mehr als einer halben Million verkaufter Hausautomatisierungsgeräte für insgesamt über EUR 6,8 Mio. (BGN 13,2 Mio.), was einem Wachstum von 44 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kunden aus über 100 Ländern auf der ganzen Welt nutzten die Sonderangebote und bestellten ihre Shelly-Geräte, wobei das größte Interesse in Deutschland und Italien zu verzeichnen war, gefolgt von Spanien, Portugal, den Niederlanden, Österreich und Belgien.

Hier machten sich nach Ansicht des Unternehmens die gezielt vorangetriebenen Investitionen in die Vertriebs- und F&E-Strukturen im laufenden Geschäftsjahr bemerkbar. Mit dem erfolgreichen Black Friday-Verkauf bestätigt das Unternehmen die angehobene Prognose am oberen Ende der Bandbreite mit einem Umsatz von EUR 45-46 Mio. und einem EBIT von EUR 10-10,5 Mio. für das Geschäftsjahr 2022.

Um die internationale Expansion zu beschleunigen, hat Allterco das irische Dublin, die globale Hochburg und Talentschmiede der IT-Entwicklung, als Standort für sein neuestes F&E-Zentrum ausgewählt. Das Unternehmen konnte bereits erfahrene Spitzenkräfte rekrutieren, die in Positionen bei führenden internationalen IT-Unternehmen ihre visionäre Kraft bei der Realisierung des Smart Home der Zukunft unter Beweis gestellt haben. Für Allterco markiert dieser Schritt den nächsten Meilenstein, um die Produktentwicklung auf eine neue Ebene zu heben.

Dimitar Dimitrov, Co-CEO von Allterco JSCo, kommentierte: „Der Erfolg unserer Black Friday-Verkäufe in allen unseren geografischen Märkten ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Expansionsstrategie auf dem richtigen Weg sind. Mit dem neuen Entwicklungszentrum in Irland ziehen wir hochkarätige IT-Spezialisten an, um den Forschungs- und Entwicklungsprozess kontinuierlich zu verbessern und so unsere Expansionsstrategie konsequent fortzusetzen. Wir freuen uns auf die neuen Impulse aus der schillernd bunten Entwicklerszene in Irland, die so international ist wie Allterco selbst.“

Wolfgang Kirsch, Co-CEO von Allterco JSCo, ergänzte: „Die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr und die Black Friday-Verkäufe haben deutlich gezeigt, dass es für unseren Erfolg entscheidend ist, unsere Entwicklungsstrukturen im Einklang mit unseren Markteintritten aufzubauen. Allterco hat Kunden in allen wichtigen Regionen der Welt. Unsere bisher fünf internationalen Standorte sind ein Zeichen für unseren Expansionsdrang, und mit Dublin kommt ein weiterer hinzu. Wir freuen uns, die Erfolge im Geschäftsjahr 2022 mit einer Bestätigung der angehobenen Prognose am oberen Ende der Bandbreite zu unterstreichen.“

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Deutsche Wirtschaft im Gegenwind

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Einem alten Bonmot zufolge besteht Wirtschaft zu 50 Prozent aus Psychologie, und in diesen dunklen Dezembertagen kann ein wenig Aufmunterung sicher nicht schaden, schreibt Axel D. Angermann als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe und analysiert die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte.

„Ein paar gute Nachrichten gab es zuletzt tatsächlich“, berichtet der Chef-Volkswirt: „Die Erdgasspeicher sind so gut gefüllt, dass eine echte Gasmangellage mit der zwangsweisen Stilllegung von Produktionsprozessen sehr unwahrscheinlich geworden ist. Die Inflation ist im November leicht gesunken, und die Stimmung hat sich sowohl unter den Verbrauchern als auch in den Unternehmen etwas aufgehellt. Insgesamt lässt sich aus heutiger Sicht sagen: Manches Katastrophenszenario von vor ein paar Monaten hat sich als zu pessimistisch herausgestellt.“

Dieser erfreuliche Befund könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Wirtschaft höchstwahrscheinlich schon im laufenden Quartal auf dem Weg in eine Rezession ist. Der genauere Blick auf die Daten zeigt, dass nicht alles Gold ist, was auf den ersten Blick glänzt: Der Rückgang der Inflationsrate beruhte fast ausschließlich auf niedrigeren Energiepreisen. Die übrigen Preise stiegen auch im November mit nahezu unverminderter Dynamik weiter an. Es sei deshalb noch ein weiter Weg, bis die Inflationsrate wieder auf ein akzeptables Niveau von etwa 2 Prozent gesunken sein wird. „Auch der Ifo-Index entpuppt sich bei näherem Hinsehen bestenfalls zur Hälfte als gute Nachricht: Die Lageeinschätzung der Unternehmen hat sich nämlich auch im November weiter verschlechtert, und die Verbesserung der Erwartungskomponente vollzog sich von einem extrem niedrigen Niveau aus.“

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird nach Ansicht von Axel Angermann in den kommenden Monaten mit einigen Widerständen konfrontiert. Vier Faktoren spielen hierbei eine Rolle:

Erstens wird der private Konsum in den nächsten beiden Quartalen sinken, weil viele Haushalte nur begrenzt dazu in der Lage sind die Preissteigerungen, insbesondere für Gas und Strom, mit einem Abbau von Ersparnissen zu kompensieren. Die deutlich gesunkene Sparquote und die rückläufige Entwicklung der Sichteinlagen bei den Banken verdeutlichen dies.

Zweitens verschlechtern die stark gestiegenen Zinsen die Finanzierungsbedingungen. Die realwirtschaftlichen Folgen sind deutlich im Bausektor zu sehen, dessen Wertschöpfung bereits seit zwei Quartalen sinkt. Eine Verbesserung ist vorerst nicht in Sicht, zumal die Kreditzinsen weiter steigen werden.

Drittens lassen das Scheitern der Null-Covid-Politik und die erneuten Lockdowns in China dort vorerst eine sehr schwache Wirtschaftsentwicklung und damit stark begrenzte Exportaussichten erwarten. Darunter leidet vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Viertens schließlich werden sich möglicherweise auch die Exportaussichten in die USA eintrüben, denn die dortige Straffung der Geldpolitik hat die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auch in den USA signifikant erhöht.

Insgesamt spricht nach Darstellungen des Chef-Volkswirten vieles dafür, dass die Rezession vergleichsweise milde verlaufen und die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 insgesamt um weniger als 1 Prozent schrumpfen wird: „Dennoch gibt es keinen Grund zum Zurücklehnen: Wenn auf die milde Rezession ein Aufschwung folgen soll, muss die Energieversorgung auch im nächsten Winter 2023/24 ohne russisches Gas gewährleistet werden. Die Sicherung oder Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bleibt also eine ebenso herausfordernde wie vielschichtige Aufgabe.“

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Smart zu Hause mit Allterco

Von Dr. Oliver Everling | 1.Dezember 2022

Die Allterco JSCo, ein Anbieter von IoT- und Smart-Home-Lösungen mit Sitz in Sofia, Bulgarien, hat die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre aktualisiert, die für den 13. Dezember 2022 in Sofia, Bulgarien, einberufen wurde.

Auf offiziellen Antrag des Aktionärs Svetlin Todorov, der mehr als 5 % der Allterco-Aktien besitzt, wurden zusätzliche Fragen sowie ein Vorschlag zur Entscheidung über einen der Tagesordnungspunkte in die Tagesordnung aufgenommen.

Svetlin Todorov ist Mitbegründer und CEO von Allterco Robotics US, Hersteller der preisgekrönten Smart-Home-Produkte Shelly. Shellys Reihe intelligenter Relais, Stecker und Sensoren wurde speziell entwickelt, um die Flexibilität und Konnektivität zu bieten, die erforderlich sind, um Heimautomatisierung, intelligente Gebäude und IoT-basierte Produkte Wirklichkeit werden zu lassen.

Sveltin ist außerdem Mitbegründer, Co-CEO und Vorstandsmitglied von Allterco, der in Bulgarien ansässigen Holdinggruppe, die sich auf die globale Entwicklung und den Vertrieb von IoT-Produkten und -Lösungen konzentriert. 2019 trat Allterco Robotics, eines von sieben Unternehmen der Allterco-Familie und „Best of IFA“-Gewinner, in den nordamerikanischen Markt ein.

Vor der Gründung von Allterco war Svetlin Mitbegründer des in Europa ansässigen Unternehmens TERACOMM und fungierte als Co-CEO des Unternehmens sowie als CEO der in den USA ansässigen Division Global TERACOMM. Seit fast 20 Jahren ist TERACOMM führend in der kommerziellen und technischen Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen für die Mobilfunk- und Unterhaltungsindustrie und gehört jetzt zu Allterco.

Die Allterco JSCo ist eine Technologie-Holding, die für Innovation durch die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen IoT-Produkten steht. Das Herzstück der Entwicklung sind dabei stets die Endverbraucher und ihre Bedürfnisse. Allterco wurde in Bulgarien gegründet und arbeitet mit einem Team junger, talentierter Entwickler, die sich der Herstellung wettbewerbsfähiger und benutzerfreundlicher Produkte verschrieben haben.

Die Gruppe besteht aus 5 Tochterunternehmen und hat Niederlassungen in Bulgarien, China und den USA und Deutschland. Die Produkte von Allterco haben bereits über 100 Märkte erobert. Seit Dezember 2016 ist Allterco an der bulgarischen Wertpapierbörse gelistet. An der Frankfurter Börse notiert die Gesellschaft seit November 2021 unter der WKN A2DGX9, der ISIN BG1100003166 und dem Ticker A4L.

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Lagerabbau durch aggressive Rabattaktionen

Von Dr. Oliver Everling | 28.November 2022

Vieles von dem, was Jörg Wilhelm Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank AG, auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse am Frankfurter Flughafen heute berichtet, deckt sich mit den heutigen Einschätzungen aus dem Research der DZ BANK.

Der Welthandel hat krisenbedingt merklich an Dynamik verloren. Dies sorgt nach übereinstimmender Ansicht der Experten für eine allmähliche Abnahme der markanten Schiffsstaus vor wichtigen internationalen Häfen. Günstig ist diese Entwicklung mit Blick auf gestresste Lieferketten. Wichtige Indikatoren signalisieren bereits eine Beruhigung der angespannten Lage.

„Viele Unternehmen in den USA und Europa haben auf die Erfahrungen mit den Lieferengpässen in den Jahren 2020 und 2021 reagiert und im Jahr 2022 sehr zeitig mit der Warenvorbestellung begonnen. Die Lager waren in der Folge bereits unüblich früh gefüllt“, berichtet das DZ BANK Research.

Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und den massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten (hohe Inflation) sei die Ausgabenneigung der privaten Haushalte allerdings spürbar zurückgegangen. „Eine verhaltene Nachfrage trifft nun auf volle Lager. Einzelhändler sind bemüht, die Lagerbestände abzubauen – mit teilweise aggressiven Rabattaktionen. Die nachlassende Güternachfrage insbesondere aus den USA und Europa haben die Seefrachtraten inzwischen wieder massiv absinken lassen.“

Der positive Ausblick der DZ BANK auf die Lieferketten wird jedoch durch eine Reihe von Unwägbarkeiten getrübt: „Vor allem in China nimmt die Sorge vor einem harten Durchgreifen der Behörden mit Blick auf die zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen zu. Denn das Land hält vorerst – trotz leichter Lockerungsmaßnahmen – an der Null-Covid-Politik fest. Die Zahl der Städte und Stadtteile, die abgeriegelt werden, nimmt zu. China ist ein wichtiger Lieferant von Vorprodukten für den US- und den europäischen Markt, längere straffere Lockdown könnte die Lieferkettenproblematik in den westlichen Industrieländern perspektivisch wieder verschlechtern.“

Jörg Krämer rechnet vor, dass rein rechnerisch die Energiepreissteigerung in Deutschland fast komplett von der Bundesregierung aufgefangen werde. Leider habe aber die Europäische Zentralbank zu spät auf den Inflationsschub reagiert. Daher sei die Inflation bereits in die Höhe geschossen. Das Problem seien nun nicht mehr die tatsächlichen Schwierigkeiten bezüglich der Energieversorgung oder der Lieferketten, sondern die Erwartungen der Konsumenten.

Weil die Konsumenten – dies belegt Jörg Krämer mit entsprechenden Befragungsergebnissen – eine höhere Inflation erwarten, erhalten die Unternehmen Spielräume für Preiserhöhungen über die Kostenschübe hinaus. Die Konsumenten erwarten nun eine höhere Inflation, so dass sich diese auch zeigen werde. Jörg Krämer sieht im weiteren Verlauf des Jahres 2023 dennoch einen Rückgang der Inflation und der Zinsen.

2023 werde vor diesem Hintergrund ein gutes Jahr für Unternehmensanleihen sein, auch vor dem Hintergrund der in die Höhe gestiegenen Risikoprämien auf Unternehmensanleihen, die sich entspannen könnten. Rezessionen sind gute Gelegenheiten für den Wiedereinstieg in die Aktienmärkte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnisse des DAY seit 1995 zeige, dass die derzeitigen Bewertungen bereits Hoffnungen auf ordentliche Bewertungen gebe.

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Ihr Betrügerlein kommet

Von Dr. Oliver Everling | 25.November 2022

Identitätsbetrug ist im Jahr 2022 um mehr als ein Fünftel gestiegen, inmitten von Warnungen, dass betrügerische Aktivitäten in dieser Weihnachtseinkaufssaison ihren Höhepunkt erreichen werden. Eine neue Analyse von Experian zeigt, dass der Identitätsbetrug in den letzten 12 Monaten um 21 % gestiegen ist, wobei der Trend voraussichtlich während der Feiertage am stärksten sein werde.

Seit 2018 sind die Identitätsbetrugsraten im November und Dezember im Jahresvergleich um bis zu 15 % gestiegen. Experian führt dies darauf zurück, dass Betrüger versuchen, die Zunahme von Online-Transaktionen auszunutzen, die die Ressourcen der Unternehmen beelasten, sich vor Betrug zu schützen.

Unterdessen zeigt sich das Ausmaß des Problems in konkreten Zahlen. Die Identitäts- und Betrugstechnologie von Experian verhinderte im Jahr 2021 betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 1,8 Mrd. £.

Eduardo Castro, Managing Director, Identity and Fraud, Experian UK&I, sagte: „Betrug ist ein ernsthaftes, anhaltendes Problem für Verbraucher und Unternehmen im Vereinigten Königreich. Im Laufe des Jahres 2022 hat es kein Nachlassen gegeben, und es ist wahrscheinlich, wie unsere Zahlen zeigen, dass sich der Trend in den kommenden Monaten nur noch verstärken wird.“

„Mit zunehmendem Volumen von Online-Transaktionen ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, dass die Informationen ihrer Kunden verlässlich sind und sie nicht von einem Betrüger mit gestohlenen persönlichen Daten hinters Licht geführt werden.“

Um Menschen zu ermutigen, auf ihre persönlichen Daten zu achten, und Unternehmen, über ihr Betrugsrisiko nachzudenken, hat Experian eine neue Sensibilisierungskampagne in den sozialen Medien gestartet. Das festlich inspirierte Video mit dem Weihnachtsmann und einem aufgeregten, aber etwas misstrauischen Kind soll alle auf die Gefahren des Identitätsbetrugs aufmerksam machen.

Castro fügt hinzu: „Es gibt mehrere einfache Dinge, die Menschen tun können, um ihre Informationen zu schützen. Sicherzustellen, dass sie keine persönlichen Daten in sozialen Medien preisgeben oder Multi-Faktor-Authentifizierung, wie z. B. Biometrie, für ihre Online-Konten aktivieren, kann einen großen Beitrag zur Verhinderung von Identitätsbetrug leisten.

„Seien Sie bei unerwünschten Anrufen, E-Mails und SMS immer misstrauisch. Wenden Sie sich im Zweifelsfall direkt an das Unternehmen – es dauert nur eine Minute, um die persönlichen Daten preiszugeben, die der Betrüger dann verwenden kann, um auf Ihre Konten zuzugreifen oder einen Kredit in Ihrem Namen zu beantragen.“

Zahlen von UK Finance zeigen, dass die Verluste im Zusammenhang mit Kartenidentitätsdiebstahl in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 86 % gestiegen sind, von 11,5 Mio. £ auf 21,4 Mio. £ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.*

Authorized Push Payment (APP)-Betrug, bei dem ein Opfer – in der Regel durch einen Anruf, eine SMS oder eine E-Mail – dazu verleitet wird, Geld an einen Betrüger zu überweisen, kostet die Verbraucher 249,1 Millionen Pfund. Betrügereien, bei denen das Opfer Geld an eine scheinbare Liebesbeziehung überweist, stiegen um fast ein Drittel (31 %) auf mehr als 16 Millionen Pfund.

Insgesamt wurden mehr als 609 Millionen Pfund gestohlen, aber es gibt Anzeichen für Ermutigung, da fortschrittliche Betrugspräventionssysteme von Banken eingesetzt werden, um zu verhindern, dass 584 Millionen Pfund verloren gehen.

„Viele Unternehmen stellen sich der Herausforderung des Betrugs direkt“, fügt Castro hinzu.

„Neue, hochmoderne Technologien, die maschinelles Lernen beinhalten, unterstützen die Bemühungen, während Vorschriften wie die Payments Service Directive 2 (PDS2) ebenfalls positive Auswirkungen haben.

„Obwohl die Gesamtsumme der Betrugsverluste leicht zurückgegangen ist, sind die Werte immer noch extrem hoch und kosten die Opfer erheblich. Das Problem ist, dass Betrüger immer nach neuen Wegen suchen, um jede Gelegenheit auszunutzen. Zu dieser Jahreszeit erwarten wir zum Beispiel eine Zunahme von Lieferbetrug – es ist ein andauernder Kampf, dessen sich sowohl Unternehmen als auch Verbraucher bewusst sein müssen.“

Experian ist ein Marktführer in der Betrugspräventionstechnologie und wurde kürzlich von Juniper Research als führender globaler Anbieter von Betrugslösungen im Online-Zahlungsverkehr ausgezeichnet.

Anfang dieses Jahres wurde Experian Fraud Score eingeführt, die nächste Generation von Betrugspräventionsdiensten, die es Unternehmen jeder Größe ermöglicht, Zugang zu einem fortschrittlichen Betrugspräventionssystem „out-of-the-box“ zu erhalten.

Es wurde unter Verwendung der neuesten maschinellen Lernfähigkeiten, Frontline-Datenanalyse und proprietärer Büro- und Betrugsergebnisdaten entwickelt und setzt ein Wahrscheinlichkeitsbewertungssystem von 1 bis 1.000 ein – wobei eine niedrige Punktzahl ein geringeres Risiko bedeutet – um Unternehmen dabei zu helfen, das Betrugsrisiko bei allen neuen und bestehenden Kundeninteraktionen besser zu verstehen.

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Europa droht Rezession

Von Dr. Oliver Everling | 23.November 2022

Die höchsten Inflationsraten seit vier Jahrzehnten, ein abrupter Zinsanstieg, Verwerfungen an den Energiemärkten und akute geopolitische Risiken prägen das Jahr 2022. Damit haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investoren in kürzester Zeit massiv verändert. „Viele Marktteilnehmer erleben das Ende alter Gewissheiten. Das hochkomplexe Umfeld lässt vorerst nur eingeschränkte Prognosen zu. Ausgehend von ermäßigten Bewertungsniveaus sind 2023 aber spürbare Erholungen an den Aktienmärkten möglich“, fasst Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer der FERI Gruppe, den Jahresausblick 2023 für Konjunktur und Kapitalmärkte zusammen.

Der wichtigste Faktor für die Kapitalmärkte sei 2023 ein Abflauen der hohen Inflationsdynamik. Sowohl statistische Basiseffekte als auch die globale Konjunkturschwäche bewirkten einen Rückgang der Inflation, was eine Dämpfung des bisherigen Zinsanstiegs zulasse. Dennoch verharre die Inflation im Durchschnitt des Jahres 2023 mit mehr als 4 Prozent in den USA und mit über 7 Prozent im Euroraum auf hohem Niveau. Mittel- und langfristig sei damit zu rechnen, dass strukturelle Faktoren wie der demografisch bedingte Arbeitskräftemangel sowie steigende Kosten der ökologischen Transformation in Richtung generell höherer Inflation wirkten. „Das lange vorherrschende Bild niedriger Inflation und moderater Zinsen ist auf absehbare Zeit beendet. Dies hat spürbare Implikationen für alle Anlageklassen und deren zukünftige Renditeprofile“, erklärt Rapp.

Der ökonomische Ausblick für 2023 sei deutlich gedämpft und durch hohe Unsicherheiten geprägt. Die Weltwirtschaft werde durch die strukturelle Schwäche in China belastet, in Europa bestünden erhebliche, in den USA signifikante Rezessionsrisiken. Dies bedeute sinkende Unternehmensgewinne und erhöhten Margendruck in konjunktursensitiven Sektoren. Der Euroraum werde von den Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten stärker getroffen als jede andere Region der Welt. Deutliche Kaufkraftverluste aufgrund der hohen Inflation und enorme Kosten- und Ertragsbelastungen vieler Unternehmen sowie der partielle Verlust an Wettbewerbsfähigkeit führten dort in Kürze zu einer Rezession. „Selbst wenn die Versorgung mit Strom und Gas in diesem Winter ohne größere Probleme gelingt, bleiben die konjunkturellen Perspektiven im Euroraum aufgrund der schwachen weltwirtschaftlichen Dynamik und grundsätzlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Energiesicherheit gedämpft“, sagt Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe.

Die Aktienmärkte hätten bereits 2022 verschlechterte Fundamentaldaten eingepreist und würden nun von tieferen Bewertungsniveaus ins Anlagejahr 2023 starten. Das Abwärtspotential von Aktien sei somit relativ begrenzt. Trotz eines Rückgangs der Unternehmensgewinne könnten Aktien im nächsten Jahr freundlicher tendieren oder sogar positiv überraschen. Wichtig sei dafür aber Unterstützung von den Rentenmärkten, die sich 2023 spürbar stabilisieren oder sogar leicht erholen sollten. Zentraler Unsicherheitsfaktor bleibe vorläufig noch die Geldpolitik, speziell in den USA. Enttäuschung drohe, falls Inflationsraten und -erwartungen langsamer sinken als angenommen. „Insgesamt dürfte das Anlagejahr 2023 von sehr wechselhaften Marktverläufen und möglichen Überraschungen in beide Richtungen geprägt sein. Ein aktives Portfolio Management, das flexibel auf marktspezifische Chancen und Risiken reagiert, ist somit unerlässlich“, sagt FERI-Vorstand Rapp.

Themen: Aktienrating, Anleiherating, Länderrating | Kommentare deaktiviert für Europa droht Rezession

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