Data2Space: Aus Daten werden digitale Welten für Finance

Von Dr. Oliver Everling | 20.August 2026

Die Finanzwirtschaft hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte bei der Erfassung und Verarbeitung von Daten gemacht. Was jedoch weitgehend unverändert geblieben ist, ist die Art, wie Menschen diese Daten wahrnehmen. Selbst hochkomplexe Informationen landen am Ende meist in Tabellen, Diagrammen, Dashboards oder Präsentationen. Data2Space setzt an genau diesem Punkt an und versucht, aus der zunehmenden Datenkomplexität eine neue Form der Interaktion entstehen zu lassen.

Data2Space verbindet Finanzdaten mit räumlicher Visualisierung und Extended Reality. Der zentrale Gedanke besteht darin, Daten nicht lediglich abzubilden, sondern daraus interaktive Informationsräume zu schaffen. Nutzer können solche Räume über unterschiedliche Geräte betreten, Informationen aus verschiedenen Perspektiven betrachten und Beziehungen zwischen einzelnen Elementen untersuchen.

Das klingt zunächst nach einer weiteren Entwicklung der 3D-Visualisierung. Tatsächlich geht der Ansatz jedoch weiter. Bei einer klassischen 3D-Grafik steht häufig das Modell selbst im Vordergrund. Bei Data2Space steht dagegen die Information im Mittelpunkt. Die räumliche Darstellung soll helfen, Daten zu strukturieren, Beziehungen sichtbar zu machen und komplexe Sachverhalte gemeinsam zu untersuchen.

Gerade bei Unternehmens- und Finanzdaten ist dies von Bedeutung. Ein Unternehmen ist kein isoliertes Objekt. Es steht in Beziehungen zu Eigentümern, Tochtergesellschaften, Geschäftspartnern, Investoren, Finanzierern und Märkten. Ein Portfolio besteht nicht lediglich aus einer Liste von Wertpapieren, sondern aus unterschiedlichen Anlageklassen, Risiken, Regionen, Branchen und Abhängigkeiten. Eine Transaktion verändert bestehende Beziehungen und schafft neue.

In einer Tabelle werden solche Beziehungen nur indirekt sichtbar. In einem Organigramm oder Netzwerkdiagramm lassen sie sich zwar darstellen, doch bei zunehmender Komplexität werden zweidimensionale Darstellungen schnell unübersichtlich. Der räumliche Ansatz bietet zusätzliche Möglichkeiten, Informationen zu gruppieren und verschiedene Perspektiven miteinander zu verbinden.

Ein wichtiger Unterschied besteht darin, dass Data2Space nicht nur eine fertige Darstellung liefern will. Die Informationsräume sind interaktiv. Nutzer können navigieren, hinein- und herauszoomen, Filter anwenden, Beziehungen hervorheben und zwischen verschiedenen Detailstufen wechseln. Dadurch wird aus einer Visualisierung ein Werkzeug zur Exploration.

Diese Exploration kann für Analysten einen erheblichen Unterschied machen. Bei der klassischen Analyse wird eine Fragestellung formuliert und anschließend nach den dafür benötigten Daten gesucht. In einem interaktiven Datenraum kann dagegen auch die Struktur selbst zur Quelle neuer Erkenntnisse werden. Ein unerwarteter Zusammenhang, eine ungewöhnliche Konzentration oder eine indirekte Beteiligung kann durch die räumliche Darstellung auffallen, bevor sie gezielt gesucht wurde.

Damit verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Daten. Der Nutzer betrachtet die Daten nicht mehr nur von außen. Er bewegt sich durch eine Repräsentation der Datenstruktur.

Diese Idee ist besonders interessant für die Analyse von Eigentums- und Einflussstrukturen. Bei komplexen Unternehmensnetzwerken kann die Frage, wer tatsächlich Einfluss auf wen ausübt, schwieriger sein als die Betrachtung einzelner Beteiligungsquoten. Direkte und indirekte Beteiligungen, Tochtergesellschaften und weitere Beziehungen können zu einem komplexen Netzwerk führen.

Ein räumliches Modell kann diese Beziehungen auf unterschiedliche Weise organisieren. Unternehmen können beispielsweise entlang von Eigentumsverhältnissen angeordnet werden, während zusätzliche Dimensionen weitere Merkmale abbilden. Durch Navigation und Filter kann der Nutzer anschließend bestimmte Bereiche des Netzwerks isolieren und untersuchen.

Der gleiche Gedanke lässt sich auf Investmentportfolios übertragen. Statt eine Liste von Investments oder eine Reihe von Tortendiagrammen zu betrachten, kann ein Portfolio als räumliche Landschaft dargestellt werden. Positionen können nach Anlageklasse, Region, Branche, Risiko oder anderen Kriterien organisiert werden. Der Nutzer kann zwischen der Gesamtperspektive und einzelnen Investments wechseln.

Dadurch entsteht eine neue Möglichkeit, Portfoliozusammenhänge zu kommunizieren. Ein Investment erscheint nicht mehr nur als Zeile in einer Tabelle, sondern als Bestandteil eines größeren Systems.

Auch für Finanzprodukte ist dieser Ansatz relevant. Viele Investmentprodukte kombinieren unterschiedliche Komponenten und sind für Kunden schwer intuitiv zu erfassen. Ein räumlicher Informationsraum kann Produktbestandteile, Assets, geografische Informationen, Finanzdaten und narrative Elemente miteinander verbinden.

Der potenzielle Investor wird damit vom Leser eines Prospekts zum Nutzer einer interaktiven Produktwelt. Er kann sich die Informationen in der Reihenfolge erschließen, die für ihn relevant ist. Das kann insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten einen Unterschied machen.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Präsentationen. Die klassische Präsentation folgt einer linearen Dramaturgie. Data2Space ermöglicht dagegen Präsentationen, bei denen sich der Präsentierende durch einen Informationsraum bewegt und auf Fragen des Publikums unmittelbar reagieren kann.

Ein Teilnehmer möchte einen bestimmten Aspekt des Portfolios verstehen? Der Präsentierende kann direkt in diesen Bereich wechseln. Eine andere Frage betrifft die Eigentümerstruktur? Der entsprechende Teil des Informationsraums kann unmittelbar untersucht werden.

Damit wird die Präsentation weniger zu einer Vorführung vorbereiteter Folien und mehr zu einer gemeinsamen Erkundung von Informationen.

Die Konsequenzen reichen bis zur Zusammenarbeit. Mehrere Personen können dieselbe räumliche Informationsumgebung nutzen und gemeinsam analysieren. Das macht Data2Space für Investmentkomitees, Beratungsprojekte, Due-Diligence-Prozesse und strategische Workshops interessant.

Der entscheidende Punkt ist dabei, dass Zusammenarbeit nicht auf das gemeinsame Betrachten eines Bildschirms reduziert wird. Die Teilnehmer können mit der Information interagieren. Sie können unterschiedliche Perspektiven einnehmen und gleichzeitig auf dieselbe zugrunde liegende Struktur zurückgreifen.

Diese gemeinsame Struktur kann zur Grundlage einer gemeinsamen Entscheidungsfindung werden. Wenn alle Beteiligten dasselbe Modell untersuchen, können Diskussionen stärker auf die Beziehungen und Erkenntnisse innerhalb des Modells konzentriert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unabhängigkeit von einem einzelnen Gerät. Data2Space ist auf die Nutzung über Desktop, Web und immersive XR-Geräte ausgerichtet. Damit muss der Nutzer nicht zwingend ein Headset besitzen, um auf eine räumliche Informationswelt zuzugreifen.

Das ist für die Verbreitung professioneller Anwendungen entscheidend. Eine Technologie, die ausschließlich auf Spezialhardware funktioniert, bleibt häufig eine Nischenlösung. Wenn dagegen dieselbe Informationswelt über unterschiedliche Endgeräte zugänglich ist, kann sie leichter in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden.

XR wird dadurch vom besonderen Erlebnis zur möglichen Benutzeroberfläche für komplexe Informationen.

Der Begriff „immersiv“ bekommt in diesem Zusammenhang eine andere Bedeutung. Immersion muss nicht allein bedeuten, dass ein Nutzer vollständig von einer virtuellen Welt umgeben ist. Auch eine interaktive räumliche Darstellung im Web kann Elemente des räumlichen Erlebens vermitteln. Entscheidend ist, dass der Nutzer nicht nur Informationen betrachtet, sondern mit ihnen interagieren und ihre Beziehungen erkunden kann.

Das eröffnet auch für die Zukunft der Unternehmenskommunikation interessante Perspektiven. Ein Unternehmen könnte seine eigene Struktur als interaktive Informationswelt präsentieren. Ein Asset Manager könnte Portfolios räumlich darstellen. Ein Immobilienunternehmen könnte Investments mit Standort- und Finanzinformationen verbinden. Eine Beratung könnte einen Due-Diligence-Prozess in einem gemeinsamen Datenraum visualisieren.

Damit entsteht ein neues Verständnis von digitaler Präsentation. Die Website muss nicht mehr ausschließlich aus Seiten bestehen, die nacheinander aufgerufen werden. Ein Teil der Information kann als räumliche Umgebung organisiert werden.

Data2Space bewegt sich damit an einer Schnittstelle zwischen Business Intelligence, Financial Technology, Spatial Computing und Extended Reality. Gerade diese Verbindung macht den Ansatz interessant.

Die entscheidende Innovation ist letztlich nicht, dass Finanzdaten dreidimensional dargestellt werden. Entscheidend ist, dass Daten als navigierbare und interaktive Umgebung gedacht werden. Der Nutzer erhält nicht nur Informationen über eine Struktur, sondern kann die Struktur selbst erkunden.

Das könnte die Art verändern, wie komplexe finanzwirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt werden. Statt immer mehr Informationen auf immer komplexere Dashboards zu packen, kann ein anderer Weg gewählt werden: Die Informationen werden räumlich organisiert und erhalten damit eine zusätzliche Dimension für Orientierung, Analyse und Kommunikation.

Data2Space steht somit für einen Wechsel vom Datenbild zum Datenraum. Die nächste Generation der Finanzvisualisierung könnte nicht darin bestehen, bessere Charts zu produzieren, sondern Umgebungen zu schaffen, in denen Menschen gemeinsam verstehen können, wie die Daten miteinander verbunden sind.

Aus Daten werden Räume. Aus Räumen werden interaktive Informationswelten. Und aus diesen Informationswelten kann eine neue Grundlage für Analyse, Kommunikation und Entscheidungen entstehen.

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Das asymmetrische Renditeprofil von Wandelanleihen begreifen

Von Dr. Oliver Everling | 20.August 2026

Wandelanleihen gehören zu den Finanzinstrumenten, bei denen sich das Rendite-Risiko-Profil besonders anschaulich als asymmetrisch beschreiben lässt. Genau diese Asymmetrie macht sie für Anleger interessant: Sie verbinden Eigenschaften von Anleihe und Aktie und können dadurch an steigenden Aktienkursen partizipieren, während die Anleihekomponente gleichzeitig eine stabilisierende Funktion besitzt.

Schroders erläutert in „Convertible bonds explained: Investing with stabilisers“ diesen Zusammenhang aus Sicht der Portfolioallokation. Der Begriff „stabilisers“ ist dabei besonders aufschlussreich: Wandelanleihen sollen nicht einfach eine abgeschwächte Aktienposition darstellen, sondern eine eigenständige Kombination aus Aufwärtspotenzial und stabilisierenden Eigenschaften.

Gerade hier kann Data2Space einen entscheidenden Mehrwert schaffen. Der Service macht das asymmetrische Renditeprofil nicht nur anhand einer Kennzahl sichtbar, sondern stellt die verschiedenen Einflussfaktoren eines Finanztitels in ihrem jeweiligen Kontext dar.

Die Besonderheit einer Wandelanleihe liegt in ihrer Hybridität. Der Anleger hält zunächst ein festverzinsliches Wertpapier, besitzt aber zugleich eine Option auf die Aktie des Emittenten. Steigt der Aktienkurs deutlich, gewinnt die Wandelanleihe über ihre Aktienkomponente an Wert. Entwickelt sich die Aktie dagegen schwach, bleibt die Anleihekomponente als stabilisierender Faktor bestehen – allerdings nicht ohne Risiko, denn auch eine Wandelanleihe unterliegt dem Kredit-, Zins- und Marktpreisrisiko des Instruments.

Damit entsteht ein Renditeprofil, das sich nicht einfach auf einer linearen Achse von „Aktie“ zu „Anleihe“ erklären lässt.

Genau an diesem Punkt setzt die immersive Perspektive von Data2Space an. Statt ausschließlich den Kursverlauf der Wandelanleihe zu betrachten, kann der Nutzer den Finanztitel als Mittelpunkt eines Netzwerks verstehen: Im einen Kontext steht der Emittent, im nächsten die Aktie, anschließend die Branche, das Land, die Kapitalstruktur, die Bonität und schließlich das konkrete Wertpapier.

Das ist für das Verständnis der Asymmetrie entscheidend.

Denn die Frage „Wie reagiert die Wandelanleihe auf steigende oder fallende Aktienkurse?“ lässt sich nicht unabhängig vom Emittenten beantworten. Wenn sich beispielsweise die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens verbessert, kann dies gleichzeitig dessen Aktienkurs, Kreditqualität und damit die Bewertung der Wandelanleihe beeinflussen. Verschlechtert sich dagegen die Bonität, kann der positive Effekt einer steigenden Aktie durch eine Verschlechterung der Kreditkomponente teilweise kompensiert werden.

Data2Space kann diese gegenläufigen Wirkungen sichtbar machen.

Das asymmetrische Renditeprofil wird damit zu einem Beziehungsproblem: Welche Faktoren treiben den Wert nach oben, welche begrenzen den Verlust und welche Risiken wirken gleichzeitig auf beide Seiten?

Besonders wertvoll ist dabei die Verbindung mit Ratings. Ein Finanztitel lässt sich in Data2Space nicht isoliert betrachten. Das Rating des Wertpapiers kann in Beziehung zum Unternehmensrating des Emittenten, zum Branchenrating und zum Länderrating gesetzt werden.

Damit entsteht genau jene immersive Darstellung, die für das Verständnis komplexer Finanzinstrumente besonders geeignet ist.

Ein Wandelanleiheinvestor interessiert sich beispielsweise für das Aufwärtspotenzial der Aktie. Gleichzeitig muss er die Bonität des Emittenten verstehen. Ein starkes Unternehmensrating kann die stabilisierende Anleihekomponente unterstützen. Ein schwaches Unternehmensrating erhöht dagegen das Kreditrisiko. Das Branchenrating kann zeigen, ob die positive Aktienentwicklung auf nachhaltigen strukturellen Wachstumsperspektiven oder lediglich auf kurzfristigen Markteffekten beruht. Das Länderrating wiederum kann zusätzliche makroökonomische und politische Risiken sichtbar machen.

So entsteht aus mehreren Einzelratings ein Gesamtbild.

Die von Schroders verwendete Vorstellung von „stabilisers“ lässt sich deshalb auf eine umfassendere Ebene übertragen. Der stabilisierende Charakter einer Wandelanleihe ist keine isolierte Eigenschaft des Wertpapiers. Er hängt vom Emittenten, von dessen Aktie, von der Bewertung des Instruments, von der Laufzeit, von der Kreditqualität und von den Marktbedingungen ab.

Data2Space kann diese Abhängigkeiten räumlich und visuell erfahrbar machen.

Besonders interessant ist die Darstellung unterschiedlicher Szenarien. Bei einem steigenden Aktienkurs kann sichtbar werden, wie sich der Wert der Wandelanleihe verändert und ab welchem Punkt die Aktienkomponente zunehmend dominant wird. Bei einem fallenden Aktienkurs lässt sich dagegen betrachten, wie stark die Anleihekomponente stabilisiert und ab wann Kredit- oder andere Risiken diese Schutzwirkung beeinträchtigen.

Das macht Asymmetrie verständlicher als eine isolierte historische Renditezahl. Ein klassisches Diagramm zeigt beispielsweise eine Wertentwicklung über die Zeit. Data2Space kann darüber hinaus zeigen, warum sich diese Wertentwicklung ergeben hat.

Steigt die Aktie, weil sich die Ertragskraft des Unternehmens verbessert? Steigt sie wegen einer allgemeinen Branchenhausse? Wirkt ein günstiges Länderrating unterstützend? Hat sich gleichzeitig das Kreditrating des Emittenten verbessert? Oder beruht die Kursbewegung überwiegend auf einer Veränderung der Marktstimmung?

Diese Unterscheidung ist für die Beurteilung des tatsächlichen Renditepotenzials entscheidend.

Gerade das asymmetrische Renditeprofil wird dadurch verständlicher: Die positive Entwicklung des Aktienkurses kann einen überproportionalen Beitrag zur Wertentwicklung der Wandelanleihe leisten, während bei einer negativen Aktienentwicklung die Anleiheeigenschaften einen Teil der Abwärtsbewegung abfedern können. Welche Stärke diese beiden Effekte besitzen, hängt jedoch vom konkreten Instrument und seinen Parametern ab.

Data2Space kann diese Parameter mit dem wirtschaftlichen Kontext verbinden.

Damit wird auch das Konzept der Diversifikation neu interpretierbar. Eine Wandelanleihe ist nicht einfach eine „Mischung“ aus Aktie und Anleihe. Ihr Verhalten entsteht aus der Wechselwirkung beider Komponenten. Diese Wechselwirkung lässt sich durch eine immersive Darstellung wesentlich besser nachvollziehen als durch die isolierte Betrachtung einzelner Wertpapierkennzahlen.

Der eigentliche Gamechanger liegt daher in der Kontextualisierung.

Ein Finanztitel erhält bei Data2Space seinen Sinn nicht nur durch seine eigene Ratingnote. Er wird innerhalb eines Netzes von Beziehungen sichtbar. Das Wertpapierrating steht neben dem Unternehmensrating. Dieses steht neben dem Branchenrating. Das Branchenrating wird durch das Länderrating ergänzt. Gleichzeitig lassen sich Aktie, Anleihe, Kapitalstruktur und wirtschaftliche Entwicklung des Emittenten einordnen.

Aus einer Ratingnote wird ein Ratingraum.

Gerade für Wandelanleihen ist das besonders relevant. Die Attraktivität eines Instruments ergibt sich nicht allein aus seiner aktuellen Rendite. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen möglicher Partizipation am Aktienkursanstieg und der Fähigkeit der Anleihekomponente, Verluste zu begrenzen.

Das asymmetrische Renditeprofil wird damit zu einer Frage der relativen Positionierung innerhalb dieses Ratingraums.

Data2Space kann beispielsweise sichtbar machen, dass zwei Wandelanleihen zwar ähnliche technische Merkmale besitzen, aber aufgrund unterschiedlicher Emittenten, Branchen oder Länder völlig unterschiedliche Risikoprofile aufweisen. Eine Wandelanleihe eines Unternehmens mit hoher Bonität in einer strukturell wachsenden Branche kann ein anderes Profil besitzen als ein formal ähnliches Instrument eines Emittenten mit schwächerer Bonität in einer schrumpfenden Branche.

Die Instrumentenstruktur allein erklärt also nicht das gesamte Risiko.

Auch die zeitliche Dimension lässt sich integrieren. Ratings verändern sich, Unternehmen entwickeln sich weiter, Branchen befinden sich in unterschiedlichen Zyklen und Länder verändern ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das asymmetrische Renditeprofil ist deshalb dynamisch.

Ein heute attraktiv erscheinendes Verhältnis von Aufwärtspotenzial und Absicherung kann sich verändern, wenn beispielsweise die Aktie stark steigt, die Wandelanleihe dadurch zunehmend aktienähnlich wird oder sich gleichzeitig die Bonität des Emittenten verschlechtert.

Data2Space kann solche Veränderungen als Entwicklung eines gesamten Systems darstellen.

Damit erhält auch der Begriff „stabiliser“ eine tiefere Bedeutung. Die stabilisierende Eigenschaft einer Wandelanleihe ist nicht statisch. Sie verändert sich mit dem Kurs der Aktie, der Kreditqualität, der Laufzeit und der Marktsituation.

Data2Space kann diese Veränderungen nicht nur dokumentieren, sondern in ihren Zusammenhängen sichtbar machen.

Der entscheidende Vorteil liegt schließlich darin, dass der Anleger nicht mehr nur fragt: „Welche Rendite hat die Wandelanleihe erzielt?“ Die wichtigere Frage lautet: „Woher kommt diese Rendite, welche Risiken haben sie ermöglicht und welche Faktoren begrenzen gleichzeitig die Verluste?“

Genau diese Fragen führen zum Kern des asymmetrischen Renditeprofils.

Die von Schroders beschriebene Rolle von Wandelanleihen als „stabilisers“ lässt sich mit Data2Space auf eine neue Ebene heben. Der Service macht aus dem einzelnen Finanztitel einen Knotenpunkt, an dem Unternehmensrating, Branchenrating, Länderrating und Wertpapierrating zusammenlaufen.

Damit wird die Asymmetrie nicht nur mathematisch, sondern wirtschaftlich verständlich.

Der Anleger sieht nicht lediglich eine Kurve, sondern die Ursachen hinter der Kurve. Er erkennt, welche Faktoren das Aufwärtspotenzial tragen, welche Faktoren stabilisieren und welche Risiken beide Seiten gleichzeitig beeinflussen.

Das ist der eigentliche Mehrwert einer immersiven Ratingdarstellung: Aus der scheinbar einfachen Aussage „begrenztes Abwärtsrisiko bei Beteiligung am Aufwärtspotenzial“ wird ein differenziertes Verständnis darüber, warum, wann und unter welchen Voraussetzungen diese Asymmetrie tatsächlich entsteht.

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Immobilienrating: Von der Einzelimmobilie zur vernetzten Immobilienwelt

Von Dr. Oliver Everling | 19.August 2026

Immobilien sind keine statischen Vermögenswerte. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt von einer Vielzahl miteinander verbundener Faktoren ab: Standort, Nutzung, Mieter, Mietverträge, Finanzierung, baulicher Zustand, Marktumfeld, Nachhaltigkeit und zukünftige Entwicklungsperspektiven. Je komplexer ein Immobilienbestand wird, desto wichtiger wird eine systematische Bewertung, die über den reinen Marktwert eines Objekts hinausgeht.

Die Entwicklung des Immobilienratings zeigt, wie sich diese Betrachtung über die vergangenen Jahre ausdifferenziert hat. Für unterschiedliche Immobilienarten und Fragestellungen sind spezialisierte Ratingansätze entstanden. Drei Bücher verdeutlichen diese Entwicklung besonders anschaulich: „Rating von Einzelhandelsimmobilien“, „Rating von Immobilienportfolios“ und „Rating von Industrieimmobilien“. Sie stehen für unterschiedliche Perspektiven auf die Bewertung von Immobilien und zeigen zugleich, wie vielseitig Rating als Instrument für Investition, Finanzierung und Management eingesetzt werden kann.

„Rating von Einzelhandelsimmobilien“ von Oliver Everling, Olaf Jahn und Elisabeth Kammermeier erschien 2009 bei Gabler und widmet sich der Frage, wie Qualität, Potenziale und Risiken von Einzelhandelsimmobilien systematisch bewertet werden. Das umfangreiche Werk behandelt unter anderem Shopping-Center, Fachmärkte, Standortfaktoren, Markt- und Objektratings, Finanzierung, Asset Management, Nachhaltigkeit sowie rechtliche und technische Aspekte.

Gerade bei Einzelhandelsimmobilien zeigt sich, dass der Wert eines Objekts nicht allein aus seiner baulichen Substanz entsteht. Entscheidend sind auch die Lage, die Wettbewerbssituation, die Attraktivität des Standorts, die Mieterstruktur und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Nutzungskonzepts. Ein Einkaufszentrum kann beispielsweise über eine hochwertige Immobilie verfügen und trotzdem wirtschaftlich unter Druck geraten, wenn sich Kundenströme, Wettbewerbsstrukturen oder das lokale Umfeld verändern.

Das Buch „Rating von Immobilienportfolios“ von Oliver Everling und Raphael Slowik richtet den Blick auf die nächste Ebene. Hier steht nicht mehr die einzelne Immobilie im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel zahlreicher Objekte innerhalb eines Portfolios. Das 2009 erschienene Praxishandbuch behandelt Grundlagen der Beurteilung und Bewertung von Immobilienportfolios, Marktdaten und Bewertungsrisiken sowie den Nutzen von Ratings für verschiedene Bereiche der Immobilienwirtschaft.

Ein Portfolio bringt zusätzliche Komplexität. Die Qualität eines einzelnen Objekts sagt noch nichts über die Qualität des gesamten Bestands aus. Regionale Konzentrationen, unterschiedliche Nutzungsarten, Mietvertragsstrukturen, Finanzierungen und Marktzyklen beeinflussen das Gesamtrisiko. Ein professionelles Immobilienrating muss deshalb sowohl die einzelnen Objekte als auch deren Beziehungen zueinander betrachten.

Mit „Rating von Industrieimmobilien“ von Oliver Everling und Peter Salostowitz kommt eine weitere wichtige Perspektive hinzu. Das 2023 bei Springer Gabler erschienene Werk beschäftigt sich mit Industrie- und Logistikimmobilien und berücksichtigt dabei unter anderem Markt- und Standortentwicklung, Finanzierung, Bewertungsstandards, künstliche Intelligenz, Machine Learning, Smart Data, ESG, technische Gebäudeausrüstung und die Perspektive der Fondsbranche.

Gerade bei Industrieimmobilien zeigt sich, wie stark sich die Anforderungen an Immobilien verändern. E-Commerce, Automatisierung, Robotik, Elektromobilität, neue Lieferketten und veränderte Produktionsstrukturen beeinflussen die Anforderungen an Standorte und Gebäude. Eine Immobilie, die heute optimal für einen bestimmten Nutzer geeignet ist, muss nicht automatisch auch langfristig zukunftsfähig sein. Das Rating muss deshalb neben der aktuellen Situation auch die Anpassungsfähigkeit und Zukunftsperspektive einer Immobilie erfassen.

Die drei Bücher machen deutlich, dass Immobilienrating längst mehr ist als die Vergabe einer einzelnen Note. Rating strukturiert komplexe Informationen, macht unterschiedliche Objekte vergleichbar und unterstützt Entscheidungen in den Bereichen Investition, Finanzierung und Management. Gleichzeitig wird deutlich, dass unterschiedliche Immobilienarten unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe benötigen.

Genau an diesem Punkt eröffnet Data2Space eine neue Dimension. Der Service verbindet Immobilien-, Finanz- und Unternehmensdaten mit immersiver Visualisierung und macht komplexe Strukturen in interaktiven dreidimensionalen Umgebungen sichtbar. Damit lassen sich die Informationen hinter einem Immobilienrating nicht nur in Tabellen und Berichten darstellen, sondern als zusammenhängende Informationswelt erkunden.

Bei einer Einzelhandelsimmobilie können beispielsweise Standort, Einzugsgebiet, Wettbewerb, Mieterstruktur, Umsätze und wirtschaftliche Kennzahlen miteinander verbunden werden. Bei einem Immobilienportfolio können zahlreiche Objekte räumlich und wirtschaftlich in Beziehung gesetzt werden. Bei Industrieimmobilien lassen sich Standortqualität, Gebäudeeigenschaften, technische Ausstattung, Nutzerstruktur und weitere Faktoren gemeinsam betrachten.

Damit entsteht ein Wechsel von der isolierten Bewertung zur vernetzten Analyse. Der Nutzer sieht nicht nur, dass eine Immobilie eine bestimmte Ratingbewertung erhält. Er kann auch nachvollziehen, welche Faktoren zu dieser Bewertung beitragen und wie diese Faktoren mit anderen Informationen verbunden sind.

Data2Space wird dadurch zum Gamechanger für die nächste Generation des Immobilienratings. Der Service ersetzt weder die Immobilienbewertung noch die Ratingmethodik. Er erweitert vielmehr den Zugang zu den Daten und Zusammenhängen, auf denen die Bewertung basiert.

Besonders relevant wird dies bei Immobilienportfolios. Ein klassischer Bericht kann hunderte Objekte mit zahlreichen Kennzahlen enthalten. Die Herausforderung besteht darin, daraus ein Gesamtbild zu entwickeln. Eine immersive Datenvisualisierung schafft eine zusätzliche Perspektive, indem sie einzelne Objekte, Regionen, Nutzungsarten und wirtschaftliche Merkmale in einen gemeinsamen Raum bringt.

Auch Veränderungen lassen sich dadurch anders betrachten. Ein Portfolio kann nicht nur hinsichtlich seines aktuellen Zustands analysiert werden. Entwicklungen bei Standorten, Mietern, Nutzungsarten oder wirtschaftlichen Kennzahlen können in den größeren Zusammenhang gestellt werden. Damit wird das Rating zu einem Instrument für kontinuierliche Beobachtung und strategische Steuerung.

Die drei Bücher zeigen zugleich eine Entwicklung des Ratinggedankens: von der spezialisierten Betrachtung einzelner Immobilienarten über die Analyse von Portfolios bis hin zur Berücksichtigung neuer technologischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Anforderungen. „Rating von Einzelhandelsimmobilien“ schafft eine detaillierte Perspektive auf Handelsimmobilien, „Rating von Immobilienportfolios“ erweitert den Blick auf Bestände und deren Risiken, während „Rating von Industrieimmobilien“ aktuelle Herausforderungen der Industrie- und Logistikimmobilien aufgreift.

Data2Space setzt an der Schnittstelle dieser Entwicklungen an. Der Service macht aus einer Vielzahl von Immobilieninformationen eine interaktive Datenlandschaft. Dadurch können Einzelobjekte, Portfolios und unterschiedliche Immobilienklassen innerhalb eines gemeinsamen Informationsmodells betrachtet werden.

Der eigentliche Gamechanger liegt deshalb nicht allein in der dreidimensionalen Darstellung. Entscheidend ist die Verbindung von Ratingmethodik, Daten und Visualisierung. Das Rating liefert die strukturierte Bewertung, die Daten liefern die Grundlage und Data2Space macht die Beziehungen zwischen den Informationen sichtbar.

So entwickelt sich Immobilienrating von einer statischen Bewertung zu einem dynamischen Analyseinstrument. Die Immobilie wird nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines wirtschaftlichen, räumlichen und strukturellen Zusammenhangs. Aus einzelnen Objekten werden Portfolios, aus Kennzahlen werden Beziehungen und aus einem Rating wird eine interaktive Perspektive auf die gesamte Immobilienwelt.

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Data2Space: Warum der Raum zur neuen Benutzeroberfläche für Finanzdaten werden könnte

Von Dr. Oliver Everling | 19.August 2026

Finanzdaten werden heute auf Bildschirmen dargestellt. Tabellen, Diagramme, Dashboards und Präsentationen bestimmen den Alltag von Analysten, Investoren, Banken, Asset Managern und Unternehmen. Diese Werkzeuge sind leistungsfähig, aber sie folgen einem gemeinsamen Grundprinzip: Informationen werden auf einer zweidimensionalen Oberfläche angeordnet und vom Nutzer betrachtet.

Data2Space stellt dieses Prinzip infrage. Der neue Dienst entwickelt die Idee, dass komplexe Finanz- und Unternehmensinformationen nicht nur auf einem Bildschirm dargestellt, sondern in einem digitalen Raum organisiert werden können.

Der entscheidende Unterschied liegt dabei nicht in der Verwendung von 3D-Grafiken. Dreidimensionale Modelle sind längst bekannt. Neu ist die Verbindung von räumlicher Darstellung, Datenanalyse, Interaktion und Zusammenarbeit. Der Raum wird nicht zur dekorativen Ergänzung der Daten, sondern zu einer möglichen Benutzeroberfläche für die Daten selbst.

Wer heute eine Unternehmensstruktur analysiert, arbeitet häufig mit mehreren Anwendungen gleichzeitig. Ein Geschäftsbericht liefert Finanzinformationen, eine Datenbank enthält Unternehmensdaten, ein Register zeigt Beteiligungen, eine Tabelle enthält eigene Berechnungen und eine Präsentation fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Der Analyst muss diese Informationen gedanklich zusammenführen.

Data2Space verfolgt einen anderen Ansatz. Unterschiedliche Informationen können innerhalb eines gemeinsamen räumlichen Modells zusammengeführt werden. Unternehmen, Beteiligungen, Assets, Finanzprodukte oder Transaktionen werden zu Elementen einer Informationslandschaft. Der Nutzer kann sich in dieser Landschaft bewegen und Beziehungen unmittelbar untersuchen.

Damit verändert sich auch die Bedeutung von „Übersicht“. Eine klassische Übersicht ist normalerweise ein statisches Bild, das möglichst viele Informationen auf begrenztem Raum zusammenfasst. Je mehr Informationen hinzukommen, desto schwieriger wird die Darstellung. Eine räumliche Umgebung kann dagegen verschiedene Ebenen kombinieren. Auf der obersten Ebene ist die Gesamtstruktur sichtbar. Durch Zoom, Navigation und Filter können anschließend einzelne Bereiche detaillierter untersucht werden.

Diese Möglichkeit des Wechsels zwischen unterschiedlichen Detailebenen ist für finanzielle Analysen besonders interessant. Ein Investmentportfolio kann zunächst als Gesamtstruktur betrachtet werden. Anschließend lassen sich einzelne Anlageklassen, Unternehmen oder Assets auswählen. Der Nutzer kann von der strategischen Perspektive bis zum einzelnen Datenpunkt wechseln, ohne die zugrunde liegende Umgebung verlassen zu müssen.

Eine solche Navigation entspricht stärker der Art und Weise, wie Menschen komplexe Systeme häufig verstehen. Man betrachtet zunächst das Ganze, identifiziert interessante Bereiche und untersucht diese anschließend genauer. Erkenntnisse entstehen dabei nicht ausschließlich durch das Lesen einzelner Informationen, sondern durch das Erkennen von Beziehungen.

Gerade Beziehungen sind im Finanzwesen von zentraler Bedeutung. Der Wert eines Unternehmens hängt von seinem Geschäftsmodell, seiner Finanzierung, seinen Märkten und seinen Eigentümern ab. Ein Investmentportfolio besteht aus miteinander verbundenen Positionen. Ein Finanzprodukt kann verschiedene Assets und Zahlungsströme miteinander kombinieren. Eine M&A-Transaktion verändert Unternehmensstrukturen und wirtschaftliche Beziehungen.

Die Darstellung solcher Systeme in einem Raum kann deshalb mehr sein als eine neue Form der Visualisierung. Sie kann eine neue Form der Analyse ermöglichen.

Auch der Begriff des digitalen Zwillings erhält dadurch eine interessante finanzwirtschaftliche Bedeutung. Ein digitaler Zwilling muss nicht zwangsläufig eine Maschine, ein Gebäude oder eine technische Anlage abbilden. Er kann ebenso ein Unternehmen, ein Portfolio, eine Beteiligungsstruktur oder einen Investment Case repräsentieren.

Ein solcher digitaler Zwilling könnte unterschiedliche Datenquellen aufnehmen und miteinander verbinden. Der Nutzer betrachtet dann nicht nur eine statische Abbildung, sondern ein Modell des untersuchten Gegenstands. Je nach Anwendung können weitere Informationen eingeblendet, Szenarien verglichen oder Entwicklungen über die Zeit betrachtet werden.

Damit kann Data2Space auch für Due Diligence interessant werden. Eine Due Diligence besteht traditionell aus der Analyse einer großen Zahl von Dokumenten und Daten. Die Herausforderung besteht häufig weniger darin, einzelne Informationen zu finden, als darin, ihre Bedeutung im Gesamtzusammenhang zu verstehen.

Eine räumliche Informationsumgebung könnte diesen Gesamtzusammenhang sichtbar machen. Wenn beispielsweise Eigentumsverhältnisse, Assets, Finanzdaten und Transaktionen miteinander verbunden werden, entsteht ein Modell, das nicht nur einzelne Fakten zeigt, sondern deren Beziehungen.

Der gleiche Ansatz kann für Investmententscheidungen genutzt werden. Ein Investment Case lässt sich als räumliche Struktur darstellen, in der Chancen, Risiken, Assets, Märkte und finanzielle Kennzahlen miteinander verbunden sind. Die Darstellung kann dadurch näher an der tatsächlichen Entscheidungslogik liegen als eine Folge isolierter Charts.

Interessant ist dabei die Möglichkeit der Kollaboration. Finanzanalyse ist häufig Teamarbeit. Unterschiedliche Experten betrachten unterschiedliche Aspekte eines Problems. Ein Analyst untersucht die Zahlen, ein Jurist die Verträge, ein Steuerberater die steuerlichen Auswirkungen und ein Investmentmanager die Rendite-Risiko-Struktur.

Wenn alle Beteiligten auf dieselbe räumliche Informationsumgebung zugreifen können, entsteht ein gemeinsamer Referenzpunkt. Informationen müssen weniger über separate Dokumente und Präsentationen vermittelt werden. Stattdessen können die Beteiligten gemeinsam auf das Modell schauen und bestimmte Bereiche untersuchen.

Dadurch könnte sich auch die Art von Meetings verändern. Ein Meeting muss nicht mehr zwangsläufig aus einer Präsentation bestehen, bei der eine Person Informationen zeigt und die übrigen Teilnehmer reagieren. Es kann zu einer gemeinsamen Untersuchung eines Informationsraums werden.

Diese Entwicklung wird durch den plattformübergreifenden Ansatz von Data2Space unterstützt. Die räumliche Information soll nicht ausschließlich über ein VR-Headset zugänglich sein. Desktop, Web und immersive XR-Geräte können unterschiedliche Zugänge zu derselben Informationswelt darstellen.

Das ist wirtschaftlich relevant, weil die Einführung neuer Hardware eine erhebliche Hürde darstellen kann. Wenn eine räumliche Informationswelt auch über den Browser erreichbar ist, kann sie wesentlich leichter in bestehende digitale Prozesse integriert werden. XR wird dann zu einer zusätzlichen Möglichkeit, Daten zu erleben, statt zur Voraussetzung für deren Nutzung.

Für Unternehmen eröffnet dies einen weiteren Vorteil: Die gleiche räumliche Umgebung kann für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Intern kann sie zur Analyse verwendet werden, gegenüber Kunden zur Produktpräsentation, in einem Investmentkomitee zur Entscheidungsfindung und in einer Schulung zur Vermittlung komplexer Zusammenhänge.

Damit verschmelzen drei Bereiche, die bisher häufig getrennt waren: Analyse, Kommunikation und Präsentation.

Genau hier liegt möglicherweise die langfristige Bedeutung von Data2Space. Der Dienst ist nicht lediglich ein weiteres Werkzeug zur Erstellung von 3D-Modellen. Er verfolgt die Idee einer neuen Informationsarchitektur, in der Daten, Beziehungen und Interaktionen gemeinsam gedacht werden.

Die klassische Benutzeroberfläche ist dafür nicht verschwunden. Tabellen, Dashboards und Dokumente werden weiterhin benötigt. Aber sie könnten künftig durch räumliche Interfaces ergänzt werden, wenn die Komplexität der Daten eine andere Form der Orientierung verlangt.

Die Entwicklung erinnert an den Übergang vom statischen Dokument zum interaktiven Web. Ein Dokument konnte Informationen enthalten. Das Web machte Informationen miteinander verknüpfbar und navigierbar. Eine räumliche Informationsumgebung könnte nun einen weiteren Schritt ermöglichen: Informationen werden nicht nur verknüpft, sondern räumlich organisiert und gemeinsam erfahrbar.

Für Finance ist das besonders interessant, weil die Branche mit hochkomplexen relationalen Daten arbeitet. Eigentum, Kontrolle, Risiko, Rendite, Finanzierung, Transaktionen und Marktbeziehungen bilden Netzwerke. Je größer diese Netzwerke werden, desto schwieriger wird es, sie ausschließlich auf zweidimensionalen Oberflächen zu erfassen.

Data2Space stellt deshalb eine grundlegende Frage: Wenn die Welt, die wir analysieren, aus komplexen Beziehungen besteht, warum sollte die Benutzeroberfläche weiterhin ausschließlich aus Tabellen und Kästen bestehen?

Die Antwort von Data2Space lautet: Sie muss es nicht. Daten können zu Räumen werden, Räume können zu Analyseumgebungen werden und Analyseumgebungen können gleichzeitig Orte für Kommunikation und Zusammenarbeit sein.

Damit könnte der Raum tatsächlich zur nächsten Benutzeroberfläche für komplexe Finanzdaten werden. Nicht weil 3D grundsätzlich besser ist als 2D, sondern weil manche Informationen erst dann wirklich verständlich werden, wenn ihre Beziehungen, Perspektiven und Zusammenhänge selbst Teil der Benutzeroberfläche sind.

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Data2Space: Wenn Daten zu interaktiven Welten werden

Von Dr. Oliver Everling | 19.August 2026

Daten sind aus der modernen Finanz- und Unternehmenswelt nicht mehr wegzudenken. Geschäftsmodelle, Beteiligungen, Risiken, Kennzahlen und Marktbeziehungen werden täglich analysiert und bewertet. Die Herausforderung besteht dabei längst nicht mehr nur darin, genügend Daten zu besitzen. Entscheidend ist vielmehr, komplexe Informationen so aufzubereiten, dass Menschen Zusammenhänge schnell verstehen und fundierte Entscheidungen treffen können.

Genau hier setzt Data2Space an. Das Konzept verbindet Datenanalyse und immersive Visualisierung und verfolgt die Idee, komplexe Finanz- und Unternehmensdaten in interaktiven, dreidimensionalen Umgebungen darzustellen. Anstatt Informationen ausschließlich in Tabellen, Diagrammen oder klassischen Dashboards abzubilden, werden Daten in einen räumlichen Kontext gesetzt, den Nutzer erkunden können.

Das ist besonders interessant bei komplexen Unternehmensstrukturen. Beteiligungen, Tochtergesellschaften, Personen, Vermögenswerte oder andere geschäftliche Beziehungen können miteinander verbunden und visuell dargestellt werden. Eine Struktur, die in einer langen Tabelle oder einem klassischen Organigramm schnell unübersichtlich wird, lässt sich so als zusammenhängende Datenlandschaft betrachten. Nutzer können sich durch diese Umgebung bewegen, einzelne Bereiche untersuchen und von einer übergeordneten Darstellung in detailliertere Informationen wechseln.

Data2Space konzentriert sich dabei insbesondere auf Anwendungsfälle im Finanz- und Unternehmensbereich. Die Technologie kann beispielsweise dazu dienen, Beteiligungsstrukturen oder Investmentzusammenhänge verständlicher zu machen. Gerade dort, wo zahlreiche Informationen miteinander verknüpft sind, kann eine räumliche Darstellung einen zusätzlichen Zugang zu den Daten eröffnen. Nicht allein einzelne Kennzahlen stehen im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen zwischen den verschiedenen Elementen.

Ein weiterer Anwendungsbereich liegt in der Präsentation von Finanzprodukten und Investments. Komplexe Produkte lassen sich häufig nur schwer allein über Texte, Tabellen und klassische Charts erklären. Eine interaktive 3D-Umgebung bietet die Möglichkeit, verschiedene Informationen miteinander zu verknüpfen und in einen gemeinsamen visuellen Kontext zu stellen. Damit kann aus einer eher abstrakten Präsentation eine interaktive Erfahrung werden.

Auch für Kommunikation und Präsentationen verfolgt Data2Space einen solchen Ansatz. Anstelle einer linearen Präsentation mit einer festgelegten Abfolge von Folien kann eine virtuelle Umgebung genutzt werden, in der sich Nutzer frei durch verschiedene Themenbereiche bewegen. Bei Gesprächen mit Kunden, Investoren oder Geschäftspartnern kann dies eine neue Form der Vermittlung ermöglichen. Der Betrachter wird stärker zum aktiven Teilnehmer und kann bestimmte Aspekte selbst erkunden.

Der Mehrwert liegt dabei allerdings nicht allein in der Verwendung von 3D. Eine dreidimensionale Darstellung ist noch keine bessere Datenvisualisierung. Entscheidend ist, ob die räumliche Darstellung tatsächlich dabei hilft, Informationen schneller zu verstehen, Beziehungen zu erkennen oder neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ein erfolgreiches System muss deshalb Datenmodell, Visualisierung und Interaktion sinnvoll miteinander verbinden.

Genau darin liegt die interessante Positionierung von Data2Space an der Schnittstelle von Datenvisualisierung, Finance, Softwareentwicklung und Extended Reality. Der Ansatz geht über die bloße Übertragung eines bestehenden Dashboards in eine 3D-Umgebung hinaus. Ziel ist vielmehr, Daten so zu strukturieren, dass Nutzer sie als zusammenhängende Informationswelt erleben und erkunden können.

Besonders viel Potenzial bietet dieser Ansatz bei Datenstrukturen, die durch eine Vielzahl von Beziehungen geprägt sind. Dazu zählen beispielsweise Unternehmensgruppen mit zahlreichen Beteiligungen, Investmentportfolios oder komplexe Netzwerke von Unternehmen und Marktteilnehmern. Auch für Schulungen, Workshops und gemeinsame Analysen kann eine immersive Datenumgebung interessant sein, wenn mehrere Personen dieselben Informationen gleichzeitig betrachten und diskutieren.

Gleichzeitig steht eine Technologie wie Data2Space vor einer wichtigen Herausforderung: Der visuelle und technologische Effekt allein reicht im professionellen Umfeld nicht aus. Entscheidend ist der konkrete Nutzen. Die Navigation muss intuitiv sein, die Informationsarchitektur verständlich und die zugrunde liegenden Daten müssen zuverlässig und nachvollziehbar sein. Gerade im Finanzbereich spielen Datenqualität und Aktualität eine zentrale Rolle.

Data2Space steht damit für einen Perspektivwechsel in der Datenvisualisierung. Unternehmens- und Finanzdaten werden nicht mehr ausschließlich als Zahlen, Tabellen oder Diagramme betrachtet, sondern können zu interaktiven Räumen werden, in denen sich Nutzer bewegen und Zusammenhänge erkunden. Ob immersive Datenräume langfristig klassische Business-Intelligence-Lösungen ergänzen oder in bestimmten Bereichen sogar ersetzen können, wird vor allem davon abhängen, ob sie einen messbaren Vorteil bei Analyse, Kommunikation und Entscheidungsfindung bieten. Gerade bei komplexen Unternehmens- und Investmentstrukturen könnte dieser Vorteil jedoch besonders interessant sein.

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Vom Rating zur immersiven Evidenz

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2026

Als der Blog everling.de 1998 entstand, stand eine Frage im Mittelpunkt, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat: Wie lassen sich Informationen über Unternehmen, Märkte und Risiken so aufbereiten, dass daraus verlässlichere wirtschaftliche Entscheidungen entstehen können? Das Credit Rating war dafür ein besonders geeignetes Instrument. Es verdichtet eine Vielzahl von Informationen zu einer Einschätzung der Bonität und schafft damit Orientierung für Investoren, Banken und andere Marktteilnehmer. Daraus folgt der Slogan „Den Nutzen von Ratings erschließen“.

Doch mit der zunehmenden Komplexität der Wirtschaft hat sich auch der Gegenstand der Analyse verändert. Aus der ursprünglichen Beschäftigung mit Bonität und Kreditrisiken entwickelte sich ein immer umfassenderer Blick auf Qualität, Risiko, Governance, Nachhaltigkeit, Technologie und die Faktoren, die Vertrauen in wirtschaftliche Beziehungen ermöglichen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Themen des Blogs wider. Rating wurde nicht mehr nur als Bewertung der Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls verstanden, sondern zunehmend als Methode, wirtschaftlich relevante Eigenschaften systematisch sichtbar und vergleichbar zu machen. Fragen nach ESG, Corporate Governance, technologischer Leistungsfähigkeit, Soft Skills, Immobilienqualität oder der Qualität wirtschaftlicher Beziehungen gehören deshalb nicht zufällig in dasselbe Themenfeld. Sie folgen einer gemeinsamen Logik: Entscheidend ist nicht allein, was sich unmittelbar in einer Bilanz ablesen lässt, sondern welche Faktoren die zukünftige Leistungsfähigkeit, Stabilität und Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens bestimmen.

Damit rückt der von der RATING EVIDENCE GmbH besetzte Begriff der Evidenz stärker in den Mittelpunkt. Quantitative Kennzahlen bleiben unverzichtbar, reichen aber häufig nicht aus, um komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Ein Unternehmen kann eine hervorragende Bilanz aufweisen und dennoch erheblichen technologischen, regulatorischen oder strategischen Risiken ausgesetzt sein. Umgekehrt können Eigenschaften, die sich zunächst nicht in klassischen Finanzkennzahlen ausdrücken, für die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens von erheblicher Bedeutung sein. Die Herausforderung besteht deshalb darin, quantitative und qualitative Informationen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern in einer nachvollziehbaren Analyse miteinander zu verbinden.

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz verschärft diese Herausforderung und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten. Noch nie standen so große Mengen wirtschaftlicher Informationen zur Verfügung, und noch nie konnten solche Datenmengen so schnell analysiert werden. Mehr Daten bedeuten allerdings nicht automatisch mehr Erkenntnis. Im Gegenteil: Je größer die Informationsmenge wird, desto wichtiger wird die Fähigkeit, relevante Zusammenhänge zu erkennen, Informationen zu strukturieren und die Entstehung einer Bewertung nachvollziehbar zu machen. Die Zukunft der Analyse liegt deshalb nicht allein in der Geschwindigkeit der Berechnung, sondern in der Qualität der Verbindung zwischen Daten, Evidenz und menschlichem Urteil.

An diesem Punkt gewinnt auch Immersive Analytics an Bedeutung. Während traditionelle Analyseinstrumente Informationen überwiegend in Tabellen, Berichten und zweidimensionalen Grafiken darstellen, eröffnet die immersive Visualisierung die Möglichkeit, komplexe Beziehungen in einem räumlichen Informationsmodell zu erkunden. Der Nutzer kann Perspektiven verändern, Zusammenhänge unmittelbar wahrnehmen und unterschiedliche Dimensionen eines Unternehmens oder eines Investments miteinander in Beziehung setzen. Die Visualisierung wird damit nicht lediglich zu einer attraktiveren Form der Präsentation, sondern kann selbst zu einem Instrument der Erkenntnis werden.

Gerade für Rating und Investmententscheidungen ist diese Entwicklung interessant. Ein Unternehmen lässt sich als komplexes System betrachten, in dem finanzielle Kennzahlen, Geschäftsmodell, Technologie, Marktposition, Lieferketten, ESG-Faktoren, Governance und weitere Eigenschaften miteinander verbunden sind. Eine einzelne Ratingnote kann eine solche Komplexität verdichten, aber sie kann sie nicht vollständig sichtbar machen. Immersive Analytics kann dazu beitragen, den Weg von den zugrunde liegenden Informationen zur Bewertung besser nachvollziehbar zu machen. Rating verdichtet Komplexität, künstliche Intelligenz unterstützt ihre Analyse und immersive Visualisierung macht Zusammenhänge erfahrbar. Die Entscheidung selbst bleibt beim Menschen.

Der nächste Schritt besteht daher darin, diese Entwicklung nicht bei der Analyse und Visualisierung von Informationen enden zu lassen. Mit Data2Space entsteht eine Perspektive, in der Daten und wirtschaftliche Zusammenhänge in einen räumlichen Kontext gebracht werden können. Die Idee ist besonders für Projekte interessant, bei denen Investitionen, Finanzierungen, Unternehmen und ihre Beziehungen zueinander nicht mehr nur als einzelne Zahlen oder Dokumente betrachtet werden sollen, sondern als miteinander verbundene Informationsräume.

Data2Space kann dabei eine Brücke zwischen der langjährigen Erfahrung mit Ratings und der nächsten Generation der Datenvisualisierung bilden. Informationen über Unternehmen, Investitionen und Finanzierungen werden nicht mehr lediglich gelesen oder in Tabellen verglichen, sondern können in ihren Beziehungen und Zusammenhängen sichtbar und explorierbar werden. So setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits mit dem klassischen Credit Rating begonnen hat. Das Ziel war damals wie heute, Unsicherheit zu reduzieren und bessere Entscheidungen zu ermöglichen. Verändert haben sich die Daten, die Methoden und die technischen Möglichkeiten. Die grundlegende Aufgabe bleibt jedoch bestehen: Aus Informationen belastbare Evidenz zu gewinnen, aus Evidenz Vertrauen zu schaffen und damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen und eine intelligentere Allokation von Kapital zu schaffen.

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152 Maßnahmen sind noch keine Strategie – und XR bleibt außen vor

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2026

Die von Heike Gündling auf www.addreal.de veröffentlichte Analyse der Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung setzt an einem Punkt an, der auch für die Bewertung von Zukunftstechnologien von erheblicher Bedeutung ist: Die Bundesregierung zählt Maßnahmen, aber sie formuliert daraus noch keine überzeugende strategische Priorisierung.

Gündling bringt ihre Kritik bereits im Titel prägnant auf den Punkt: „152 Maßnahmen sind noch keine Strategie“. Ihre zentrale Definition von Strategie lautet: „Eine Strategie zeichnet sich dadurch aus, dass sie priorisiert, verwirft und sich messbar macht.“ Genau daran misst sie das 58 Seiten umfassende Papier mit seinen acht Handlungsfeldern und 152 Maßnahmen. Ihr Urteil fällt entsprechend kritisch aus: Das Dokument sei „weniger ein strategischer Entwurf als ein ressortübergreifendes Kompendium dessen, was ohnehin läuft, geplant ist oder geprüft werden soll“.

Diese Kritik ist gerade im Zusammenhang mit Extended Reality bemerkenswert. Denn eine Strategie für Startups und Scaleups muss nicht nur bestehende Förderprogramme katalogisieren. Sie muss erkennen, welche technologischen Entwicklungen neue Märkte, neue Geschäftsmodelle und neue Formen der Interaktion hervorbringen. Genau hier stellt sich die Frage, ob die Bundesregierung die wirtschaftliche Bedeutung von XR bereits ausreichend erkannt hat.

Gündling beschreibt ein Grundproblem der Strategie mit einer besonders prägnanten Formulierung: „Konsolidierung wird angekündigt, Expansion wird geliefert.“ Übertragen auf Zukunftstechnologien bedeutet dies: Die Bundesregierung beschreibt zahlreiche Maßnahmen zur Förderung von Innovation, benennt aber nicht mit der notwendigen Konsequenz diejenigen technologischen Felder, bei denen Deutschland eine eigene internationale Position aufbauen sollte.

Hinzu kommt nach Gündlings Analyse die auffällige Sprache des Strategiepapiers. „Wir prüfen, wir streben an, wir setzen uns ein, wir erörtern“ dominiere das Dokument. Für eine Technologie wie XR ist das besonders relevant. Denn in einem internationalen Technologiewettbewerb entscheidet nicht allein die Erkenntnis, dass eine Technologie interessant ist. Entscheidend ist, ob Unternehmen, Investoren, Forschungseinrichtungen und öffentliche Auftraggeber daraus konkrete Anwendungen und Märkte entwickeln können.

Gündling kritisiert deshalb auch die fehlende Verbindlichkeit vieler Maßnahmen. Die Strategie stehe insgesamt unter dem Vorbehalt von Zuständigkeiten, verfügbaren Haushaltsmitteln und EU-Beihilferecht. „Eine Strategie unter Gesamtvorbehalt ist strenggenommen eine Absichtserklärung“, lautet ihr zugespitztes Urteil.

Gerade XR benötigt jedoch eine andere Perspektive. Die Technologie befindet sich an einer Schnittstelle von Software, künstlicher Intelligenz, 3D-Daten, digitalen Zwillingen, Computer Vision, Simulation und Mensch-Maschine-Interaktion. Ihre wirtschaftliche Bedeutung entsteht deshalb nicht durch eine einzelne Anwendung, sondern durch die Verbindung verschiedener Technologiefelder.

Für Deutschland eröffnet sich hier ein erheblicher Handlungsspielraum. XR kann industrielle Produktionsprozesse visualisieren, digitale Zwillinge begehbar machen, medizinische Informationen räumlich darstellen, Schulungen und Simulationen ermöglichen und neue Formen der Zusammenarbeit schaffen. Im Finanzbereich können Portfolios, Unternehmensstrukturen, Beteiligungen, Ratings oder komplexe Finanzmodelle zu interaktiven Informationsräumen werden.

Gerade Data2Space zeigt, dass diese Entwicklung bereits praktisch umgesetzt wird. Finanz- und Unternehmensinformationen bleiben nicht auf Tabellen, Charts und Dokumente beschränkt, sondern werden räumlich strukturiert und interaktiv erfahrbar. Damit entsteht aus klassischer Datenvisualisierung eine neue Form der Informationsverarbeitung.

Gündling richtet ihren Blick insbesondere auf die Frage, wo die Strategie die eigentlichen wirtschaftlichen Hebel setzt. Beim Kapitalmarkt kommt sie zu einem ernüchternden Ergebnis. Die Diagnose eines zu dünnen privaten Wagniskapitalmarktes sei zwar „zutreffend und ehrlich“, doch auf diese Diagnose antworte die Strategie „überwiegend mit mehr Staatsgeld“.

Auch für XR ist diese Unterscheidung entscheidend. Die Entwicklung einer international erfolgreichen XR-Industrie lässt sich nicht allein durch staatliche Förderprogramme erzeugen. Entscheidend sind private Investitionen, zahlungsbereite Kunden, starke industrielle Anwender, skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Märkte.

Besonders interessant ist deshalb Gündlings Kritik an der fehlenden Angebotsseite privaten Kapitals. Sie nennt Versorgungswerke, Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen und stellt fest: „Dort passiert erstaunlich wenig.“ Für XR-Unternehmen ist dieser Befund von besonderer Bedeutung, weil viele immersive Technologien lange Entwicklungszyklen benötigen und häufig zunächst erhebliche Investitionen in Software, Datenmodelle, Schnittstellen und Anwendungen erfordern.

Noch deutlicher wird Gündlings Argumentation beim Bürokratieabbau. „Achtundachtzig Prozent der Startups nennen weniger Bürokratie als wichtigsten Faktor, der für eine Gründung im Ausland spräche.“ Ihre Schlussfolgerung fällt ernüchternd aus: „Keine einzige davon streicht eine Norm.“

Für XR entsteht daraus eine doppelte Herausforderung. Zum einen benötigen junge Technologieunternehmen schnelle und verlässliche Rahmenbedingungen. Zum anderen müssen staatliche Stellen selbst offen dafür sein, neue Technologien in ihren eigenen Prozessen einzusetzen. Eine Regierung, die XR nicht als strategische Technologie betrachtet, erzeugt damit möglicherweise einen Kreislauf: Unternehmen entwickeln Anwendungen, während öffentliche Institutionen deren Potenzial erst spät erkennen.

Besonders aufschlussreich ist Gündlings Analyse der Beziehung zwischen Startups und Mittelstand. Die Kooperationsquote sei von „über siebzig Prozent vor rund sechs Jahren auf aktuell etwa sechsundfünfzig Prozent gefallen“. Gleichzeitig erzielten rund 75 Prozent der Startups ihre Umsätze im B2B-Geschäft. Gündling fasst den Befund prägnant zusammen: „Der wichtigste Absatzkanal deutscher Startups erodiert, und zwar erheblich.“

Für XR ist diese Entwicklung besonders relevant. Viele industrielle XR-Anwendungen entstehen gerade dort, wo Startups neue Technologien mit dem Know-how etablierter Unternehmen verbinden. Der Mittelstand ist potenziell einer der wichtigsten Kunden für digitale Zwillinge, immersive Trainingssysteme, räumliche Datenvisualisierung und kollaborative virtuelle Arbeitsumgebungen.

Wenn diese Kooperationen zurückgehen, verliert nicht nur das Startup einen Kunden. Auch der etablierte Mittelständler verliert einen Zugang zu neuen Technologien.

Gündling kritisiert deshalb, dass die Strategie beim Mittelstand vor allem auf „Vernetzungsbemühungen“ setzt. Der Mittelstand werde „sensibilisiert, verzahnt, fit gemacht – aber nicht entlastet“. Für XR lässt sich diese Kritik unmittelbar weiterdenken: Es genügt nicht, Unternehmen auf die Existenz immersiver Technologien aufmerksam zu machen. Es braucht konkrete wirtschaftliche Anreize, diese Technologien tatsächlich einzusetzen.

Hier liegt eine Chance für eine stärker technologieorientierte Startup-Politik. Wenn ein mittelständisches Unternehmen einen digitalen Zwilling entwickelt, seine Produktionsprozesse in XR abbildet oder Finanz- und Unternehmensdaten in einem interaktiven 3D-Raum analysiert, entsteht nicht nur ein neues digitales Produkt. Es entsteht ein Testmarkt für eine Technologie, aus dem wiederum skalierbare Geschäftsmodelle hervorgehen können.

Gündling fordert deshalb grundsätzlich einen Wechsel von der reinen Maßnahmenorientierung hin zu messbaren Ergebnissen. Ihr Vorschlag lautet: „Zielwerte statt Maßnahmenzählung.“ Die Strategie enthalte bereits Kennzahlen, mache daraus aber keine verbindlichen Zielwerte.

Genau diese Logik wäre auch für XR sinnvoll. Nicht die Zahl der geförderten XR-Projekte wäre entscheidend, sondern beispielsweise die Zahl der Unternehmen, die immersive Technologien produktiv einsetzen, das Volumen privater XR-Investitionen, die Zahl international skalierbarer XR-Unternehmen oder der Anteil öffentlicher Beschaffung, der innovative immersive Anwendungen tatsächlich nutzt.

Gündlings Kritik liefert damit einen interessanten Maßstab für die Frage, wie eine echte XR-Strategie aussehen müsste. Sie müsste nicht möglichst viele Maßnahmen versammeln, sondern klare Prioritäten setzen. Sie müsste definieren, in welchen Bereichen Deutschland eine internationale Führungsposition anstrebt. Sie müsste Forschung, Startup-Finanzierung, industrielle Anwendung, öffentliche Beschaffung und internationale Skalierung miteinander verbinden.

Vor allem müsste sie XR nicht als Nischentechnologie behandeln. Denn die eigentliche Bedeutung von Extended Reality liegt nicht allein in Headsets oder virtuellen Welten. XR verändert die Schnittstelle zwischen Menschen und Informationen. Daten werden räumlich, Zusammenhänge werden sichtbar, digitale Zwillinge werden erfahrbar und mehrere Personen können gemeinsam in derselben Informationsumgebung arbeiten. Damit berührt XR genau jene Entwicklung, die für die nächste Generation digitaler Geschäftsmodelle entscheidend ist: den Übergang vom Bildschirm zum Informationsraum.

Gündlings Schlussfolgerung zur Startup-Strategie lässt sich deshalb auch als Aufforderung an die Technologiepolitik lesen: „Fünf Kennzahlen, fünf Zielwerte, ein Datum – mehr braucht es nicht, und weniger genügt nicht.“ Für XR wäre ein solcher Ansatz ein deutlicher Fortschritt gegenüber einer bloßen Aufzählung von Fördermaßnahmen.

Die Bundesregierung muss nicht jede neue Technologie fördern. Sie muss aber erkennen, welche Technologien die wirtschaftliche Interaktion der Zukunft verändern. Extended Reality gehört zu diesen Technologien. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob die Bundesregierung bereits 152 Maßnahmen beschlossen hat. Die entscheidende Frage lautet, ob sie daraus eine Priorität für die Technologien entwickelt, mit denen Deutschland in zehn oder zwanzig Jahren noch international wettbewerbsfähig sein will. Bei XR ist diese strategische Entscheidung bislang nicht erkennbar.

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Raumlose Startup-Strategie der Bundesregierung

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2026

Die Bundesregierung will Deutschland zum Standort für die nächste Generation erfolgreicher Startups und Scaleups machen. Ihre am 22. Juli 2026 beschlossene Startup- und Scaleup-Strategie umfasst rund 150 Maßnahmen und soll Gründungen erleichtern, Wachstum beschleunigen und Innovationen in Deutschland halten. Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnet Startups und Scaleups ausdrücklich als „wichtige Treiber für Innovation und Fortschritt“ und verweist auf neue Geschäftsmodelle, Technologien und Dienstleistungen.

Gerade vor diesem Hintergrund fällt eine Lücke auf: Die Chancen der Extended-Reality-Technologie werden in der Strategie nicht als eigenständiges Zukunftsfeld sichtbar. Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality und immersive 3D-Anwendungen spielen gegenüber Künstlicher Intelligenz, Deeptech, Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien oder anderen strategischen Technologiefeldern keine vergleichbare Rolle.

Das ist nicht nur eine Frage der Terminologie. XR verändert die Art und Weise, wie Menschen Raum und Zeit erleben und mit digitalen Informationen umgehen. Daten werden nicht mehr ausschließlich auf Bildschirmen in Form von Tabellen, Diagrammen und Dokumenten präsentiert, sondern können räumlich angeordnet, betreten, untersucht und gemeinsam bearbeitet werden. Für Industrie, Medizin, Bildung, Architektur, Finanzwirtschaft, Logistik, Training und Vertrieb entstehen dadurch neue Geschäftsmodelle. Anstatt Spatial Computing und den virtuellen Raum zu erschließen, bleibt die Strategie der Bundesregierung „raumlos“.

Die Bundesregierung formuliert in ihrer Strategie den Anspruch, „die nächste Generation deutscher Weltmarktführer“ zu ermöglichen. Genau an diesem Anspruch muss sich die fehlende ausdrückliche Berücksichtigung von XR messen lassen. Wenn Deutschland Zukunftstechnologien nicht nur anwenden, sondern eigene Technologieunternehmen und Weltmarktführer hervorbringen will, reicht es nicht, diejenigen Technologien zu fördern, deren wirtschaftliche Bedeutung bereits am stärksten sichtbar ist.

Bemerkenswert ist insbesondere, dass die Strategie Künstliche Intelligenz ausdrücklich als Beispiel für Zukunftstechnologien nennt. XR wird dagegen nicht in vergleichbarer Weise erkannt. Dabei verstärken sich beide Technologien gegenseitig: KI erzeugt und verarbeitet Informationen, XR schafft neue Räume für deren Wahrnehmung, Interaktion und Zusammenarbeit.

Gerade diese Verbindung eröffnet erhebliche wirtschaftliche Chancen. Ein KI-System kann beispielsweise eine komplexe Unternehmensanalyse erstellen. Eine XR-Anwendung kann diese Analyse anschließend als interaktives 3D-Modell darstellen. Nutzer können Zusammenhänge untersuchen, Szenarien verändern und gemeinsam Entscheidungen treffen. Die Kombination aus KI und XR schafft damit eine neue Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Die Startup- und Scaleup-Strategie setzt ausdrücklich auf den Transfer von Forschung in marktfähige Geschäftsmodelle.  Genau hier liegt eine besondere Chance für XR. Deutschland verfügt über Forschungskompetenzen in Computer Vision, 3D-Technologie, Robotik, Simulation, Mensch-Maschine-Interaktion und industrieller Digitalisierung. Aus diesen Kompetenzen können Anwendungen entstehen, die weit über Unterhaltung und Gaming hinausgehen.

XR ist längst nicht mehr auf virtuelle Spielewelten beschränkt. In der Industrie können digitale Zwillinge Produktionsanlagen und Maschinen abbilden. In der Medizin können anatomische Strukturen räumlich untersucht werden. In der Ausbildung lassen sich komplexe Situationen simulieren. In der Architektur entstehen begehbare Modelle. Im Immobilienbereich werden Gebäude und Standorte interaktiv erfahrbar. Im Finanzsektor können Portfolios, Unternehmensstrukturen, Beteiligungen und Ratings zu navigierbaren Informationsräumen werden.

Gerade die Finanzwirtschaft zeigt, wie weit das Konzept reichen kann. Data2Space setzt beispielsweise an der Grenze zwischen Datenvisualisierung und immersiver Informationsverarbeitung an. Finanz-, Unternehmens-, Beteiligungs- und Ratingdaten werden nicht nur grafisch dargestellt, sondern räumlich strukturiert und interaktiv erfahrbar gemacht. Damit entsteht eine neue Kategorie digitaler Anwendungen: der Informationsraum.

Die Bundesregierung betont in ihrer Strategie die Bedeutung von Wachstumskapital. Sie will die Finanzierungsbedingungen für Startups und Scaleups insbesondere in der Wachstumsphase verbessern. Für XR-Unternehmen ist genau diese Wachstumsfinanzierung entscheidend, weil erfolgreiche XR-Produkte häufig eine Verbindung aus Software, Hardware, 3D-Inhalten, Plattformtechnologie und branchenspezifischer Expertise benötigen. Die Gefahr besteht deshalb darin, dass XR in Deutschland zwar wissenschaftlich erforscht und punktuell eingesetzt wird, aber keine ausreichende politische und finanzielle Aufmerksamkeit erhält, um daraus skalierbare Unternehmen entstehen zu lassen.

Interessant ist dabei der Kontrast zur Reallaborpolitik der Bundesregierung. Das Bundeswirtschaftsministerium erkennt ausdrücklich an, dass Reallabore in vielen Wirtschaftsbereichen erhebliches Innovationspotenzial besitzen, und will Freiräume schaffen, damit neue Technologien unter realen Bedingungen erprobt werden können. Für XR wären solche Reallabore besonders geeignet.

Ein XR-Reallabor könnte beispielsweise untersuchen, wie virtuelle Arbeitsräume in Unternehmen eingesetzt werden, wie Banken immersive Kundenberatung gestalten, wie Städte digitale Zwillinge nutzen oder wie Finanzinformationen räumlich vermittelt werden. Unternehmen könnten neue Geschäftsmodelle erproben, ohne sofort sämtliche Investitionen und regulatorischen Risiken eines vollständigen Markteintritts tragen zu müssen.

Die Strategie selbst hebt hervor, dass Reallabore „neue Räume zur Beteiligung der Stakeholder“ schaffen. Bei XR bekommt dieser Gedanke eine fast wörtliche Bedeutung: Der digitale Raum wird selbst zum Ort der Beteiligung.

Auch die von der Bundesregierung betonte technologische Souveränität spricht für eine stärkere Beschäftigung mit XR. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, sollte nicht nur über KI-Modelle, Cloud-Infrastrukturen und Halbleiter sprechen, sondern auch darüber, wie Menschen künftig digitale Informationen wahrnehmen und mit ihnen interagieren.

Die nächste digitale Plattform muss nicht zwangsläufig ein zweidimensionaler Bildschirm sein. Sie kann ein räumlicher Informationsraum sein.

Hier liegt möglicherweise eine strategische Blindstelle der aktuellen Startup- und Scaleup-Politik. Die Bundesregierung hat erkannt, dass Deutschland neue Technologien schneller aus der Forschung in den Markt bringen muss. Sie hat erkannt, dass Startups Kapital, Talente und bessere regulatorische Rahmenbedingungen benötigen. Sie hat mit rund 150 Maßnahmen ein umfangreiches Programm aufgesetzt. Was noch fehlt, ist ein klarer Blick auf die nächste Ebene der digitalen Interaktion.

XR sollte deshalb nicht als Spezialtechnologie für Gaming oder einzelne Anwendungen betrachtet werden. Es ist eine Basistechnologie für die räumliche Verarbeitung digitaler Informationen. Zusammen mit KI, digitalen Zwillingen, Cloud Computing, Computer Vision und Echtzeitdaten entsteht daraus eine neue digitale Infrastruktur.

Für Deutschland bietet sich hier eine Chance, die über die Entwicklung einzelner Hardwareprodukte hinausgeht. Unternehmen können eigene Anwendungen, Datenräume, Simulationssysteme, Trainingsumgebungen, industrielle Plattformen und immersive Geschäftsmodelle entwickeln.

Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung ist deshalb ein wichtiger Schritt für den Innovationsstandort Deutschland. Gerade weil sie den Anspruch erhebt, die Zukunftstechnologien von morgen zu fördern, sollte XR in der weiteren Umsetzung stärker berücksichtigt werden. Die zentrale Frage lautet nicht, ob Deutschland noch eine weitere Technologie fördern sollte. Die Frage lautet, ob Deutschland rechtzeitig erkennt, dass sich mit XR die Schnittstelle zwischen Mensch, Daten und digitaler Welt grundlegend verändert. Wer diese Entwicklung früh erkennt, entwickelt nicht nur Anwendungen für eine neue Technologie. Er gestaltet die Informationsräume der nächsten digitalen Generation.

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Data2Space und die nächste Generation der Finanzkommunikation

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2026

Die Digitalisierung der Finanzwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten vor allem eines verändert: die Geschwindigkeit und Menge, mit der Informationen verfügbar sind. Geschäftsberichte lassen sich in Sekunden durchsuchen, Finanzdaten werden in Echtzeit aktualisiert, Unternehmensstrukturen können aus unterschiedlichen Quellen rekonstruiert und Portfolios nahezu beliebig detailliert analysiert werden. Dennoch hat sich die grundlegende Form, in der Menschen diese Informationen betrachten und gemeinsam darüber sprechen, vergleichsweise wenig verändert. Tabellen, PDFs, Charts und Präsentationsfolien dominieren weiterhin die finanzwirtschaftliche Kommunikation.

Data2Space setzt genau an dieser Stelle an und entwickelt mit räumlichen Informationsumgebungen einen neuen Zugang zu komplexen Daten. Der entscheidende Gedanke besteht darin, Daten nicht nur grafisch darzustellen, sondern sie in einer Umgebung anzuordnen, die Nutzer selbst erkunden können.

Damit verschiebt sich die Rolle der Visualisierung. Ein klassisches Diagramm beantwortet in erster Linie eine vom Analysten bereits formulierte Frage. Eine interaktive räumliche Umgebung kann dagegen dabei helfen, neue Fragen überhaupt erst zu entdecken. Der Nutzer kann Strukturen aus verschiedenen Perspektiven betrachten, Zusammenhänge verfolgen, Details untersuchen und zwischen unterschiedlichen Ebenen wechseln.

Das ist vor allem bei komplexen Finanz- und Unternehmensdaten interessant. Eine Beteiligungsstruktur kann beispielsweise aus zahlreichen direkten und indirekten Beziehungen bestehen. Ein Unternehmen kann Tochtergesellschaften besitzen, selbst Anteilseigner anderer Gesellschaften sein und gleichzeitig über weitere wirtschaftliche Beziehungen mit anderen Marktteilnehmern verbunden sein. In einer zweidimensionalen Darstellung entstehen schnell überfüllte Diagramme. Eine räumliche Umgebung bietet zusätzliche Möglichkeiten, solche Beziehungen zu ordnen und schrittweise zu untersuchen.

Dabei ist die dritte Dimension nicht allein eine Frage der Optik. Sie kann als zusätzliche Organisationsdimension genutzt werden. Unternehmen könnten beispielsweise nach ihrer Position innerhalb einer Eigentümerstruktur angeordnet werden, Investments nach Anlageklassen oder geografischen Regionen, Vermögenswerte nach Risiko oder Rendite und Geschäftsbereiche nach strategischer Bedeutung. Je nach Fragestellung kann dieselbe Datenbasis unterschiedlich organisiert und betrachtet werden.

Eine solche Umgebung verändert auch die Arbeit des Analysten. Die klassische Analyse beginnt häufig mit einer Tabelle oder einem Bericht. Informationen werden herausgesucht, miteinander verglichen und anschließend in einer Präsentation zusammengefasst. Bei Data2Space kann der räumliche Informationsraum selbst zum Ausgangspunkt der Untersuchung werden. Der Analyst bewegt sich durch die Struktur und nutzt Interaktion, Filter und unterschiedliche Detailebenen, um relevante Zusammenhänge zu identifizieren.

Damit wird die Grenze zwischen Analyse und Präsentation durchlässiger. Die Umgebung, in der Daten untersucht werden, kann zugleich die Umgebung sein, in der die Ergebnisse anderen Personen erklärt werden. Ein Analyst muss nicht zwingend zunächst eine statische Präsentation erstellen, um seine Erkenntnisse zu vermitteln. Er kann die zugrunde liegende Informationsstruktur gemeinsam mit anderen erkunden.

Für die Kommunikation mit Kunden entsteht daraus eine weitere Möglichkeit. Finanzprodukte können als interaktive Erfahrungen dargestellt werden. Bei einer Immobilieninvestition lassen sich beispielsweise Standort, Gebäude, Vermögenswerte, Finanzinformationen und Entwicklungsperspektiven miteinander verbinden. Ein potenzieller Investor erhält damit nicht nur eine Beschreibung des Produkts, sondern kann sich durch dessen digitale Repräsentation bewegen.

Diese Veränderung ist auch aus Marketingperspektive relevant. Finanzprodukte sind häufig erklärungsbedürftig. Je komplexer die Struktur, desto größer die Gefahr, dass potenzielle Kunden entweder von der Informationsmenge überfordert werden oder wesentliche Zusammenhänge nicht erkennen. Eine interaktive Umgebung kann Informationen schrittweise zugänglich machen und den Nutzer selbst bestimmen lassen, welche Aspekte er vertiefen möchte.

Auch Präsentationen erhalten dadurch eine neue Funktion. Statt einer festgelegten Abfolge von Folien entsteht ein Informationsraum, in dem sich die Dramaturgie an den Fragen des Publikums orientieren kann. Ein Gespräch über ein Portfolio kann beispielsweise mit der Gesamtstruktur beginnen und anschließend zu einzelnen Investments, Branchen, Regionen oder Risikofaktoren führen. Die Präsentation folgt dann nicht mehr ausschließlich einem vorbereiteten Ablauf, sondern kann auf die Interessen der Teilnehmer reagieren.

Besonders interessant wird dieser Ansatz, wenn mehrere Personen gleichzeitig mit den Informationen arbeiten. Data2Space ermöglicht kollaborative räumliche Erfahrungen, bei denen Teilnehmer dieselbe Informationsumgebung erkunden können. Damit wird die Visualisierung zu einem gemeinsamen Arbeitsobjekt.

Ein Investmentkomitee könnte beispielsweise ein Portfolio untersuchen, ein M&A-Team eine Unternehmensstruktur analysieren oder eine Beratungsgesellschaft gemeinsam mit einem Kunden eine komplexe Transaktion betrachten. Jeder Teilnehmer kann bestimmte Aspekte untersuchen, während die Gruppe dennoch auf dasselbe Datenmodell zurückgreift.

Das unterscheidet die Technologie grundlegend von einer klassischen Videokonferenz mit Bildschirmfreigabe. Dort betrachten die Teilnehmer in der Regel dieselbe Präsentation. In einer gemeinsamen räumlichen Umgebung können sie dagegen mit den Informationen interagieren. Die Kommunikation wird damit nicht nur visueller, sondern auch interaktiver.

Interessant ist zudem die Möglichkeit, verschiedene Datenquellen miteinander zu verbinden. Finanzinformationen, Unternehmensdaten, Beteiligungsstrukturen, Transaktionsinformationen und weitere Datensätze können innerhalb derselben Umgebung betrachtet werden. Der Mehrwert entsteht dadurch nicht nur aus der Visualisierung jedes einzelnen Datensatzes, sondern aus der Möglichkeit, Beziehungen zwischen unterschiedlichen Informationsarten sichtbar zu machen.

Das könnte insbesondere für Due Diligence und Investmentanalyse relevant werden. Ein Unternehmen wird dann nicht nur über einzelne Dokumente untersucht, sondern als komplexes System betrachtet. Beteiligungen, Assets, Geschäftsbereiche, finanzielle Kennzahlen und andere Informationen können miteinander in Beziehung gesetzt werden. Ein digitaler Zwilling wird damit zu einem analytischen Objekt, das aus verschiedenen Perspektiven untersucht werden kann.

Die Entwicklung von Data2Space lässt sich deshalb auch als Übergang von der dokumentenzentrierten zur raumzentrierten Informationsverarbeitung verstehen. Dokumente bleiben wichtig. Datenbanken bleiben wichtig. Tabellen bleiben wichtig. Aber über diesen bestehenden Informationsquellen entsteht eine zusätzliche Ebene, auf der Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar werden können.

Dabei ist die Plattformunabhängigkeit von besonderer Bedeutung. Eine räumliche Informationswelt muss nicht zwangsläufig über ein VR-Headset betreten werden. Der Zugang kann ebenso über Desktop oder Web erfolgen. XR wird damit zu einer möglichen Zugangsform zu einem gemeinsamen Informationsmodell und nicht zum Selbstzweck.

Für Unternehmen eröffnet dies die Möglichkeit, dieselbe Datenbasis für unterschiedliche Situationen zu nutzen. Ein Analyst kann am Desktop arbeiten, ein Kunde kann die Informationen über den Browser erkunden und ein Team kann dieselbe Umgebung in einer immersiven Sitzung gemeinsam betreten. Die Informationswelt bleibt dabei dieselbe, während sich die Form des Zugangs verändert.

Genau darin könnte eine der strategisch interessantesten Eigenschaften von Data2Space liegen. Die Zukunft immersiver Anwendungen muss nicht darin bestehen, für jede Anwendung eine abgeschlossene virtuelle Welt zu schaffen. Erfolgreicher könnte ein Modell sein, bei dem bestehende Daten in interoperable räumliche Informationswelten überführt werden, die von unterschiedlichen Nutzern und Geräten verwendet werden können.

Damit verändert sich auch die Vorstellung davon, was ein Dashboard sein kann. Ein Dashboard zeigt Informationen. Eine räumliche Informationsumgebung kann Informationen organisieren, Beziehungen darstellen und Interaktion ermöglichen. Der Nutzer erhält nicht nur Antworten, sondern kann die Struktur hinter den Antworten untersuchen.

Für die Finanzwirtschaft ist dies deshalb besonders relevant, weil finanzielle Entscheidungen selten auf einem einzelnen Datenpunkt beruhen. Entscheidend sind Beziehungen, Abhängigkeiten, Szenarien und Entwicklungen. Genau diese Eigenschaften sind prädestiniert für eine Darstellung, die nicht ausschließlich linear funktioniert.

Data2Space steht damit für einen möglichen nächsten Schritt in der Evolution der Datenvisualisierung. Auf Tabellen folgten Diagramme, auf Diagramme Dashboards und auf Dashboards interaktive Datenwelten. Der nächste Schritt könnte darin bestehen, dass Daten nicht mehr nur auf einer Oberfläche dargestellt werden, sondern selbst eine navigierbare Umgebung bilden.

Die eigentliche Innovation liegt folglich nicht darin, Finanzdaten in 3D zu zeigen. Sie liegt darin, aus Daten einen Raum zu machen, in dem Menschen gemeinsam analysieren, kommunizieren und Entscheidungen vorbereiten können. Aus Information wird Umgebung, aus Visualisierung wird Interaktion und aus Präsentation wird ein gemeinsamer Ort für Erkenntnis.

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Cybersicherheitsrating: Wenn das Passwort zur Schwachstelle in der XR-Welt wird

Von Dr. Oliver Everling | 18.August 2026

XR-Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten für Finanzanalyse, Präsentationen, Zusammenarbeit und immersive Datenvisualisierung. Gerade weil sich in virtuellen und erweiterten Realitäten zunehmend sensible Unternehmens-, Finanz- und Kundendaten bewegen, gewinnt jedoch eine bislang oft unterschätzte Frage an Bedeutung: Wie sorgfältig werden Zugangsdaten geschützt?

Eine aktuelle Analyse von Passwortdaten aus „Have I Been Pwned“, die von Alan Boswell Group ausgewertet wurde, zeigt, wie verbreitet triviale Passwörter weiterhin sind. „123456“ erscheint demnach fast 210 Millionen Mal in den untersuchten geleakten Passwortdaten und führt die Rangliste mit großem Abstand an. Es folgen „123456789“, „12345678“, „password“ und „admin“. Auch Namen, Jahreszahlen, Sportarten, Fußballvereine, Prominente, fiktive Figuren, Tiere und alltägliche Gegenstände werden häufig als Passwörter verwendet.

Besonders auffällig ist, dass selbst vermeintlich persönliche Passwörter keineswegs schwer zu erraten sein müssen. „Daniel“ ist der häufigste Name in der Untersuchung, „football“ die am häufigsten verwendete Sportbezeichnung, „Superman“ die populärste fiktive Figur und „monkey“ das häufigste Tiermotiv. Auch Jahreszahlen wie 1990, 2000, 2020 oder 2021 tauchen sehr häufig auf.

Für XR-Anwendungen ist dieses Problem besonders relevant, weil sich die Bedeutung eines Accounts verändert, sobald er nicht mehr nur den Zugang zu einer einzelnen Website ermöglicht. Eine XR-Anwendung kann Zugang zu virtuellen Arbeitsräumen, Unternehmensdaten, Präsentationen, gemeinsam bearbeiteten Modellen oder Finanzinformationen bieten. Ein kompromittierter Account kann damit weit mehr preisgeben als lediglich eine persönliche Benutzeroberfläche.

Gerade bei immersiven Finanzanwendungen entsteht eine neue Sicherheitsdimension. Wenn ein Nutzer über ein XR-System auf Ratinginformationen, Beteiligungsstrukturen, Unternehmensdaten oder interne Analysen zugreift, wird der Benutzeraccount zu einem Zugangspunkt zu einer ganzen Informationslandschaft. Die technische Architektur muss deshalb nicht nur die 3D-Darstellung und Kollaboration gewährleisten, sondern auch die Identität und Berechtigungen der Teilnehmer zuverlässig schützen.

Data2Space macht diese Entwicklung besonders relevant, weil komplexe Finanz-, Unternehmens- und Ratingdaten in interaktiven Informationsräumen zusammengeführt werden. Je wertvoller die Informationen innerhalb eines solchen Raumes sind, desto wichtiger wird die Sicherheit des Zugangs.

Ein schwaches Passwort ist dabei nicht nur ein individuelles Problem. Wird dasselbe Passwort für mehrere Dienste verwendet, kann ein bereits bekannt gewordenes Passwort zum Ausgangspunkt weiterer Angriffe werden. Angreifer müssen ein solches Passwort nicht unbedingt erraten. Automatisierte Verfahren können bekannte Zugangsdaten aus früheren Datenlecks systematisch gegen andere Dienste testen.

Für XR-Plattformen bedeutet dies, dass Passwortsicherheit Bestandteil des gesamten Sicherheitskonzepts sein muss. Ein immersiver Arbeitsplatz darf nicht nur deshalb als modern und sicher gelten, weil die Daten dreidimensional dargestellt werden. Die klassische Authentifizierung bleibt ein zentraler Bestandteil der Cybersecurity.

Besonders kritisch wird dies bei kollaborativen XR-Anwendungen. Wenn mehrere Nutzer gleichzeitig denselben virtuellen Informationsraum betreten, muss klar geregelt sein, wer welche Daten sehen, bearbeiten oder weitergeben darf. Ein kompromittierter Zugang kann unter Umständen nicht nur die Informationen eines einzelnen Nutzers betreffen, sondern den gemeinsamen Arbeitsraum.

Damit wird Identity and Access Management zu einem wesentlichen Bestandteil der immersiven Datenverarbeitung. Starke Authentifizierung, Multi-Faktor-Authentifizierung, rollenbasierte Zugriffsrechte und eine konsequente Trennung sensibler Daten gehören ebenso zum Sicherheitskonzept wie eine sichere Passwortverwaltung.

Für Unternehmen reicht es deshalb nicht aus, ihren Mitarbeitern lediglich vorzuschreiben, sichere Passwörter zu verwenden. Sinnvoll sind technische Maßnahmen, die besonders häufig kompromittierte Passwörter bereits bei der Erstellung blockieren. Passwortmanager reduzieren zusätzlich den Anreiz, leicht zu merkende Passwörter mehrfach zu verwenden.

Gerade bei Finanzanwendungen sollte die Sicherheitsarchitektur zudem davon ausgehen, dass einzelne Zugangsdaten irgendwann kompromittiert werden. Entscheidend ist dann, welche zusätzlichen Schutzschichten verhindern, dass aus einem kompromittierten Account ein umfassender Zugriff auf sensible Informationen entsteht.

Für ein Cybersicherheitsrating eröffnet sich dadurch eine interessante Verbindung zwischen Benutzerverhalten, technischer Infrastruktur und wirtschaftlichem Risiko. Nicht nur Firewalls, Verschlüsselung oder Sicherheitssoftware sind relevant. Auch die Frage, wie Identitäten verwaltet werden und wie leicht ein einzelner kompromittierter Zugang zu kritischen Informationen führt, gehört zur Bewertung der digitalen Resilienz.

Data2Space kann solche Abhängigkeiten innerhalb einer räumlichen Informationslandschaft darstellen. Nutzer, Rollen, Datenräume, Systeme und Berechtigungen lassen sich miteinander in Beziehung setzen. Dadurch wird sichtbar, welche Zugänge besonders kritisch sind und welche Teile einer Informationslandschaft von bestimmten Identitäten abhängen.

Das eröffnet eine neue Perspektive für das Cybersicherheitsrating: Nicht nur die Frage „Ist das System geschützt?“ steht im Mittelpunkt, sondern auch „Was passiert, wenn ein Zugang kompromittiert wird?“.

Die aktuelle Passwortanalyse liefert dafür eine einfache, aber eindringliche Erinnerung. „123456“, „password“, ein Name, ein Fußballverein oder ein Geburtsjahr mögen für einen Nutzer leicht zu merken sein. Für ein modernes digitales Finanzsystem sind sie jedoch keine Sicherheitsstrategie.

Je stärker XR-Anwendungen vom visuellen Experiment zum produktiven Informations- und Arbeitsraum werden, desto wichtiger wird deshalb die Verbindung von immersiver Datenvisualisierung und professioneller Cybersecurity. Der virtuelle Raum braucht nicht nur eine überzeugende Darstellung. Er braucht einen sicheren Zugang.

Im Kontext von Data2Space bedeutet das: Die nächste Generation der Finanzvisualisierung muss nicht nur komplexe Zusammenhänge sichtbar machen. Sie muss auch sicherstellen, dass nur die richtigen Personen diese Zusammenhänge sehen können.

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    Seit dem Start des Blogs im Jahr 1998 wurden hier mehr als 5.000 Fachbeiträge veröffentlicht. Die seit 2006 nahezu unveränderte Grundstruktur der Website ist Ausdruck einer bewussten editorischen Entscheidung: Statt einer regelmäßigen gestalterischen Neuausrichtung steht die langfristige Dokumentation im Vordergrund. Dadurch bleibt der zeitgeschichtliche Kontext der Veröffentlichungen erhalten. Die Website fungiert damit nicht nur als umfangreiches digitales Facharchiv, sondern zugleich als Zeugnis der Entwicklung wissenschaftlicher Online-Kommunikation seit den Anfängen des Internets im Finanzbereich.
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